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MBMC episode 31

Lie­be Soci­al Inno­va­tors, wir füh­len uns an einem Punkt ange­kom­men, an dem wir die Finan­zie­rung des #mybrain­my­choice-Mate­ri­als und von Ver­an­stal­tun­gen mit euch tei­len möch­ten. Wir haben ein Sti­cker-Crowd­fun­ding gestar­tet und einen Weih­nacht­stopf auf­ge­stellt, um unse­re wei­te­ren Vor­ha­ben mit euch zusam­men ermög­li­chen zu kön­nen:


Ein schi­cker Print-Jah­res­be­richt, den wir #mybrain­my­choice-Sup­por­tern und Entscheidungsträger*innen zukom­men las­sen wol­len. Bis zu 50% Kos­ten­über­nah­me für alle unter euch, die das #mybrain­my­choice-Logo mit sich als T-Shirt, Gür­tel­ta­sche oder Tas­se mit sich her­um­tra­gen möch­ten. Wei­te­re Sti­cker und Print-Mate­ri­al, um #mybrain­my­choice und damit die Dis­kus­si­on über Dro­gen und Dro­gen­po­li­tik unter die Leu­te zu brin­gen. Je mehr zusam­men­kommt, des­to mehr machen wir draus.

Wir wür­den uns fan­tas­tisch freu­en, unter euch ein paar finan­zi­el­le Unterstützer*innen zu fin­den. Und/​oder viel­leicht fal­len euch Leu­te in eurem Umfeld ein, die eine neue Anla­ge­op­ti­on für ihre Weih­nachts­spen­de suchen. 🙂

Zum Pay­pal-Weih­nacht­stopf geht’s hier ent­lang:

Wich­tig: Es gibt kei­ne Spen­den­quit­tung, da wir noch kein Ver­ein o.ä. sind, son­dern erst­mal als pri­va­tes Pro­jekt wei­ter­ar­bei­ten. Den­noch doku­men­tie­ren wir alles trans­pa­rent und hal­ten euch auf dem Lau­fen­den, was mit wir mit dem Geld ver­wirk­li­chen.
Alle Infos: mybrain​my​choice​.de/​g​e​ld/

#MYBRAINMYCHOICE-STICKER

Damit die Sti­cker nicht län­ger alle sind, haben wir aber schon­mal neue bestellt. Dies sind die drei Moti­ve der zwei­ten Sti­cker-Genera­ti­on.

Du willst ein Päck­chen davon haben, um sie in dei­ner Gegend zu ver­tei­len? Super! Schreib uns!

Oder du willst sie nur mit­fi­nan­zie­ren?

24.11. 19:30 #MYBRAINMYCHOICE-VERANSTALTUNG (MORGEN!!)

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2,66 MILLIARDEN € KOSTET DIE CANNABIS-PROHIBITION“

Auf der Can­na­bis Nor­mal-Kon­fe­renz des Deut­schen Hanf­ver­bands ver­gan­ge­ne Woche wur­de die Stu­die zur Berech­nung der Kos­ten der Pro­hi­bi­ti­on in Deutsch­land vor­ge­stellt und wie erwar­tet in den fol­gen­den Tage von ver­schie­dens­ten Medi­en wie­der­ge­ge­ben (DAZ, Ärz­te­zei­tung, Spie­gel, Noizz, Vice u.a.) Nun ist es mög­lich, Prohibitions-Befürworter*innen zu fra­gen: Willst du wirk­lich, dass Deutsch­land jähr­lich 2,66 Mil­lar­den an Steu­er­ein­nah­men ent­ge­hen? Das wirkt ver­mut­lich als star­ker Hebel für eine Can­na­bis-Lega­li­sie­rung von Kon­sum über Han­del bis Her­stel­lung und ist in die­ser Hin­sicht erfreu­lich.

Hier bie­te ich euch vier Ansät­ze zur Kri­tik an – nicht mit dem Ziel, die Stu­die im nega­ti­vem Sin­ne zu kri­ti­sie­ren, son­dern um sie zu nut­zen, rele­van­te Debat­ten aus ihr abzu­lei­ten:

1

Das Kos­ten-Argu­ment spielt mit der Annah­me, dass Steu­er­ein­nah­men wie selbst­ver­ständ­lich etwas Erstre­bens­wer­tes sei­en. Steu­er­ein­nah­men an sich haben aber noch kei­ne Bedeu­tung, wenn nicht dar­über dis­ku­tiert wird, inwie­fern und für wen sie nütz­lich sind. Wenn ange­führt wird, man kön­ne sie für Sinn­vol­les („Auf­klä­rung“) ver­wen­den, ist das ein fal­scher Hin­weis, da Steu­ern nicht zweck­ge­bun­den ein­ge­nom­men wer­den kön­nen. Es ist also viel mehr die Fra­ge, wel­che Pro­jek­te und Maß­nah­men von der Poli­tik geför­dert und ermög­licht wer­den, aber unab­hän­gig davon, ob über Can­na­bis Steu­ern ein­ge­nom­men wer­den oder nicht. Wenn Bedarf an Pro­jek­ten und Maß­nah­men zum Gesund­heits­schutz (jen­seits der Lega­li­sie­rung selbst) besteht und das ist der Fall, war­um war­ten und nicht jetzt?

2

Das „nüch­ter­ne“ Kal­ku­lie­ren bie­tet Belast­bar­keit und Ver­läss­lich­keit der Ergeb­nis­se und das ist zunächst gut so. Denn so sau­ber erar­bei­tet wird die Stu­die auch ger­ne zitiert. Aber: Es wird sug­ge­riert, wie in der neo­li­be­ra­len/­Main­stream-Öko­no­mie gene­rell, dass rele­vant ist, was kal­ku­lier­bar ist, und was nicht kal­ku­lier­bar ist, ist irrele­vant. Wel­che Aus­sa­ge­kraft haben die Ergeb­nis­se nach einer Metho­de, die nicht-kal­ku­lier­ba­re Fak­to­ren aus­lässt, wo das gesell­schaft­li­che und indi­vi­du­el­le Leben ja auch nicht-kal­ku­lier­ba­re Fak­to­ren beinhal­tet … Dies ist ein öko­no­mi­scher Ansatz, der sich nur auf der theo­re­ti­schen Ebe­ne bewegt und Öko­no­mie als Natur­wis­sen­schaft, nicht als Sozi­al­wis­sen­schaft ver­steht. Wenn etwas fan­tas­tisch kal­ku­lier­bar ist (gemacht wird), hat das also nicht per se mehr wis­sen­schaft­li­che Qua­li­tät als eine Stu­die über sub­jek­ti­ve Erfah­run­gen mit der (Cannabis-)Prohibition. Wie Prof. Hau­cap selbst auch sag­te, ist die Stu­die ein Puz­zle­teil in der Can­na­bis­le­ga­li­sie­rungs-Bewe­gung. Sie ist ver­mut­lich ein gutes Druck­mit­tel auf die Poli­tik und regt die öffent­li­che Debat­te an, aber ihre gesell­schaft­li­che Aus­sa­ge­kraft soll­te nicht über­schätzt wer­den.

3

Das zeigt sich zum Bei­spiel an die­sem ein­kal­ku­lier­ten Fak­tor: Es wer­den in der Stu­die kei­ne Arbeits­plät­ze geschaf­fen, son­dern sie wer­den vom ille­ga­len Markt in den lega­len trans­fe­riert. Die gleich­blei­ben­de Zahl mag sinn­voll sein, wenn im lega­len Markt eben­so klei­ne und mitt­le­re Unter­neh­men tätig sind und nicht nur gro­ße (da in gro­ßen rela­tiv weni­ger Men­schen ange­stellt wer­den). Das ist eine Fra­ge der Berech­nung, aber auch der poli­ti­schen Umset­zung. Zunächst wich­ti­ger ein­zu­schlie­ßen für die Lega­li­sie­rungs­de­bat­te ist: Tat­säch­lich sind es nicht die­sel­ben Men­schen, die dann im lega­len Markt arbei­ten wür­den, da es sich zu einem rele­van­ten Teil um Men­schen han­delt, die dea­len, weil sie kei­ne Arbeits­er­laub­nis haben. Es ist also eine Debat­te nötig, wie man alle jet­zi­gen Cannabis-Anbieter*innen und nicht nur die­je­ni­gem mit Arbeits­er­laub­nis fair in den lega­len Markt trans­fe­rie­ren will. (Im bes­ten Fall auch noch zu bes­se­ren Arbeits­be­din­gun­gen.) Dar­über hin­aus fin­den wir, dass eine Debat­te über die Ent­kri­mi­na­li­sie­rung von Klein- und Kleinst-Dealer*innen für alle Sub­stan­zen nötig ist. (Wer dar­über dis­ku­tie­ren möch­te, kommt mor­gen. 🙂 )

4

Eine wei­te­re nicht hin­ter­frag­te Grund­an­nah­me in der Stu­die ist, dass ein lega­ler Markt per se bes­ser als ein ille­ga­ler sei und auch dass die­se zwei Markt­ver­hält­nis­se bzgl. des Staa­tes sau­ber von­ein­an­der trenn­bar sei­en. Der Staat wird als ver­läss­li­cher Akteur ver­stan­den. Auch hier ist die Rea­li­tät kom­ple­xer. Ille­ga­le und infor­mel­le Pro­jek­te kön­nen Men­schen unter Umstän­den bes­ser ver­sor­gen als wie wenn man auf Aktio­nen des Staa­tes war­ten wür­de (mar­kan­tes Bei­spiel: See­not­ret­tung oder eben Dro­gen-Ver­sor­gung in der Pro­hi­bi­ti­on (Haken: kei­ne ver­läss­li­che Prü­fung der Qua­li­tät, u.a. des­we­gen ist eine Lega­li­sie­rung wich­tig)). Ille­ga­le und infor­mel­le Akti­vi­tä­ten und ihre Akteur*innen soll­ten also nicht per se nega­tiv kon­no­tiert und stig­ma­ti­siert wer­den, son­dern im Ein­zel­nen unter­sucht und ver­stan­den wer­den.

FLORIDA INITIATIVE

Eine groß­ar­ti­ge Nach­richt: Flo­ri­da gehör­te zu den Bun­des­län­dern, in denen Straftäter*innen selbst nach Absit­zen ihrer Haft­stra­fe nicht wäh­len durf­ten. Das betraf etwa 1,4 Mil­lio­nen Men­schen. (Neu­es Deutsch­land, Second​chan​ces​fl​.org) Dank zivil­recht­li­chem Enga­ge­ment wur­de eine Geset­zes­in­itia­ti­ve zur Abstim­mung gestellt und am 6. Novem­ber von über 64 % der Wähler*innen befür­wor­tet! (bal​lot​pe​dia​.org)

ÜBER DAS TREFFEN AM 30.10.

Bei unse­rer letz­ten Ver­an­stal­tung waren wir in einer klei­nen Run­de zu viert. Wir hat­ten ein­ge­la­den, Ide­en für #mybrain­my­choice zu bespre­chen. Wir haben dann dis­ku­tiert, was wir bis­her gemacht haben und wor­auf wir uns in den nächs­ten Mona­ten fokus­sie­ren wol­len. Wir wol­len so wei­ter­ma­chen wie bis­her, also im Wesent­li­chen Ver­an­stal­tun­gen orga­ni­sie­ren, inter­sek­tio­när zur Ent­stig­ma­ti­sie­rung bei­tra­gen, Blog-News schrei­ben, für Vor­trä­ge zu Ver­fü­gung ste­hen, unse­re Soci­al Media-Kanä­le pfle­gen, uns mit Akti­ven und Inter­es­sier­ten ver­bin­den, und außer­dem im Früh­jahr einen ansehn­li­chen Jah­res­be­richt gestal­ten. Uns wird wahr­schein­lich wei­ter­hin neben dem Stu­die­ren und Arbei­ten die Zeit feh­len, län­ge­re Arti­kel zu schrei­ben. (Umso mehr freu­en wir uns über Bei­trä­ge von euch!) Trotz­dem haben wir uns aber vor­ge­nom­men, wei­te­re Inter­views für den Blog zu machen, weil uns das so wich­tig ist und das nächs­te super span­nen­de Inter­view ist bereits in Arbeit. Wir wol­len die Viel­falt von Dro­gen- und Dro­gen­po­li­tik-Erfah­run­gen und fan­tas­ti­sches Enga­ge­ment in die­sen und ver­bun­de­nen gesell­schaft­li­chen Berei­chen sicht­bar machen.

Lie­be Grü­ße, auch von Julia
Phi­li­ne

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VERANSTALTUNGEN

24.11. 19:30 Véto­mat, Ber­lin
Welt­wei­te Lesung für eine neue Dro­gen­po­li­tik
Auf­ruf durch das Inter­na­tio­na­le Lite­ra­tur­fes­ti­val und die Peter-Weiss-Stif­tung
#mybrain­my­choice-Ver­an­stal­tung
face​book​.com/​e​v​e​n​t​s​/​1​9​6​3​3​4​2​8​7​0​3​9​0​8​68/

7. & 8.12. Wien
Inter­na­tio­nal Can­na­bis Poli­cy Con­fe­rence
Veranstalter*innen: FAAAT, Know­mad Insti­tut und wei­te­re
face​book​.com/​e​v​e​n​t​s​/​5​1​4​7​1​5​5​3​8​9​5​4​4​53/

10.12. 19:00 ACUD Kunst­haus
Unfairto­b­ac­co Film­fest 2018 – Ber­lin
Veranstalter*in: Unfairto­b­ac­co
face​book​.com/​e​v​e​n​t​s​/​1​1​7​0​5​7​0​8​2​3​1​0​9​7​41/

25.2. 19:00 Peri­pla­ne­ta Lite­ra­tur­ca­fé, Ber­lin
#mybrain­my­choice bei der Par­tei der Huma­nis­ten Ber­lin
Vor­trag & Dis­kus­si­on

28.4. – 1.5.2019 Por­to, Por­tu­gal
Harm Reduc­tion Inter­na­tio­nal Con­fe­rence
hri​.glo​bal/​h​r​1​9​c​o​n​f​e​r​e​nce

Jeden ers­ten Don­ners­tag im Monat
Canna­Fem Girl’s Night Out – Canna­Fem Net­work
face​book​.com/​p​g​/​c​a​n​n​a​f​e​m​.​n​e​t​w​o​r​k​/​e​v​e​n​ts/

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