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Bild: Flo Karr via Unsplash.com

#mybrainmychoice 2.0

#mybrainmychoice hat sich in den letzten Wochen transformiert. Der Purpose, den drogenpolitischen Diskurs anzuregen, um Stigmatisierungen und Drogenkriegen entgegenzuwirken blieb. Aber da wir nun zu zweit sind, können wir noch mehr Ideen umsetzen: Wir haben eine Community gestartet, um der Liberalisierungs‐​Bewegung Gesichter zu geben und um uns mit den Social Innovators unter euch zu vernetzen. Außerdem versenden wir ein‐ bis zwei‐​wöchentlich für alle Neugierigen einen Newsletter.

Lesezeit: 3 Minuten


Wir sind nun also zu zweit: Vor zwei Monaten habe ich Julia auf einem Workshop an der Uni kennengelernt. Sie war auf der Suche nach einer passenden Community, um sich substanzpolitisch zu engagieren. Ich habe ihr von meinen bisherigen Ideen für #mybrainmychoice erzählt, wir haben uns gleich super verstanden und beschlossen, gemeinsam daran weiterzuarbeiten.
Auf der Team‐​Seite stellen wir uns vor:
www​.mybrainmychoice​.de/​t​e​am/

Warum ist Drogenpolitik ein relevantes Thema? Warum soll mich das interessieren? 

Die Illegalisierung psychoaktiver Substanzen ist seit etwa hundert Jahren ein globales Phänomen und führt zu massiven Missständen. Selbst wenn Kanada, Uruguay, Portugal, Norwegen und ein paar US‐​Staaten Aufsehen für ihre Schritte weg von der Prohibiton erhalten, unterliegt der allgemeine Diskurs Annahmen, die wir von Kind an als selbstverständlich erlernt haben. Zum einen, dass Drogenkonsum etwas zu Vermeidendes sei und Alkohol und Tabak eine Sonderrolle haben, zum anderen dass Drogenverbote der Gesundheit dienen sollen. Man muss sich nicht viel mit dem Thema und wissenschaftlichen Studien dazu beschäftigen, um herauszufinden, dass aus der Prohibition – genau andersrum – vielmehr Gesundheitsschäden folgen. Dass Drogenkonsum und -handel mit Massenverhaftungen, jahrelanger Haft, Todesstrafen, Folter, Rassismen und Stigmatisierungen verbunden sind, wird im öffentlichen Diskurs kaum behandelt und die Prohibition als politisches Mittel daher nur selten in Frage gestellt.

Dass an Koks Blut klebt, ist allgemein bekannt. Aber obwohl Deutschland zu den Hauptabnahmeländern gehört, kommt auch dies im öffentlichen Diskurs kaum vor. Der illegale Markt ist keine Parallelgesellschaft, sondern für alle unmittelbar oder um wenige Ecken zugänglich. Die Substanzen sind auch mit Generalverbot verfügbar. Allerdings – wie von der Alkoholprohibiton in den USA durchaus bekannt ist – ohne garantierbaren Verbraucher_​innenschutz und Transparenz über die Handelswege. Wir möchten dabei nicht unterstellen, dass es nicht auch gewissenhaften Dealer_​innen gibt.

Dass psychoaktive Substanzen auch(!) ungewollte Auswirkungen auf das körperliche und geistige Befinden haben können(!), ist ein Aspekt. Das sollte aber bedeuten, als Gesellschaft die Voraussetzungen zu schaffen – in Deutschland über den Staat –, risikobewussten und selbstbestimmten Gebrauch (oder Nicht‐​Gebrauch) zu ermöglichen. Darüber hinaus einen Jugendschutz zu gestalten, der von den Jugendlichen ernst genommen wird.

Wir werden diese Aspekte im Blog nach und nach vertiefen und freuen uns darauf, weitere Interviews zu führen!
Wir laden auch dich ein, Beiträge zu schreiben und deine persönlichen Erfahrungen zu teilen!
Gerne anonymisiert, denn momentan führt es üblicherweise zu Nachteilen, wenn man sich öffentlich mit nicht‐​akzeptiertem Substanzkonsum in Verbindung bringt.
www​.mybrainmychoice​.de/​b​l​og/

Was ist die Community?

Zu zweit können wir den Krieg gegen Drogen bzw. die Prohibiton nicht beenden, aber wir glauben, mit der ein oder anderen Aktion mit euch und anderen Organisationen die nötige öffentliche Aufmerksamkeit erzeugen zu können, damit sich drogenpolitisch mal ordentlich was bewegt. Je mehr Leute sich der Forderung anschließen und sich (wahlweise anonymisiert) auf der Website zeigen, desto wahrscheinlicher werden Anfragen aller Art beantwortet, und desto mehr werden andere Medien die Themen rund um Gebrauch und Prohibition aufgreifen.

Wir laden alle ein, sich den Forderungen nach Selbstbestimmung, einen differenzierten und umfangreichen Diskurs und gegen Drogenkriege anzuschließen. Auf der Community‐​Seite geht es zu den Profilen der Community‐​Members, dort sind das ausformulierte Statement und das Formular für das Anlegen eines eigenes Profils.
www​.mybrainmychoice​.de/​t​h​e​-​c​o​m​m​u​n​i​ty/

Für die Community‐​Members werden wir Netzwerk‐​Veranstaltungen organisieren, evtl. mit Kooperationen und evtl. halbjährlich. Dort werden wir uns gemeinsam Aktionen überlegen, um die drei Forderungen mit konkreten Situationen zu verbinden.

Zu diesem Zeitpunkt fehlen uns noch die Möglichkeiten, die Community mit einem eigenen Zugangsbereich zur Website auszustatten.
Änderungswünsche für dein Profil nehmen wir bis dahin über unser Kontaktformular an und setzen sie asap um!

Kann ich #mybrainmychoice auch unterstützen, ohne mich der Community anzuschließen?
Ich bin mir gerade nicht sicher, ob mich mich zu den Forderungen positionieren möchte.

Ja, unbedingt! Abonniere den Newsletter! Uns ist natürlich klar, dass es für viele Neuland ist, sich mit Drogenpolitik auseinanderzusetzen.
Genau deshalb möchten wir Neugierige auf dem Laufenden halten und mit einer kleinen Dosis Info‐​Mail regelmäßig anfixen. 🙂

Erhalte alle 7 bis 14 Tage unseren Newsletter: Du bleibst auf dem Laufenden über Neuigkeiten im Blog, bekommst Einblicke ins Making‐​of, erhältst Einladungen zu unseren Veranstaltungen und Specials für unsere Abonnent_​innen in dein Postfach.

Du kannst den Newsletter jederzeit wieder abbestellen.

 

Für alle Anfragen erreichst du uns über das Kontakformular:
www​.mybrainmychoice​.de/​k​o​n​t​a​k​t​i​e​r​en/

Alles Liebe!
Philine

 

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