Ein Gedicht von Beate Stör
Vielleicht halten mich manche für distanziert.
Man sieht kaum wie sehr meine Seele friert.
Mein Herz fühlt sich an – schwer wie ein Stein,
voll Kummer, Schmerz und Seelenpein.
Ich würde es am liebsten laut raus schreien
und mein wundes Herz vom Druck befreien.
Weinen kann ich schon lange nicht mehr
und dennoch, Dein Tod, er schmerzt mich so sehr!
Vor einiger Zeit hab‘ ich Dich mal gefragt:
„Warum spielst Du so mit Deinem Leben,
es hat so vieles Dir noch zu geben?“
Und dann hast Du zu mir gesagt:
„Ich weiß, Mama, das macht Dich nicht froh,
aber wenn es aus ist – dann ist es so.“
Um das Risiko hast Du gewusst,
es war Dir jederzeit bewusst,
irgendwann ist es das letzte Mal,
ist dann vorbei die ganze Qual?
Ich sah es lange Zeit schon kommen,
Du hast Deinen Tod in Kauf genommen.
Sicher nicht extra herbeigeführt,
aber ich hab‘ es gefühlt, gespürt.
Geldprobleme, Schwierigkeiten,
gab’s für Dich zu allen Zeiten.
Ich denke, Du wolltest das alles vergessen,
für ein paar Stunden – falsch bemessen
hast Du die Dosis, vielleicht verkannt;
vielleicht hattest Du Dich da verrannt
in die Idee: „Ich tauch erst mal ab!“
Dieses Mal brachte sie Dich ins Grab.
Ich kann es immer noch nicht fassen,
jedoch – ich muss Dich gehen lassen.
Die Liebe bleibt – auch über den Tod,
vorbei sind für Dich Sorgen und Not.
Dort wo Du jetzt bist, da geht es Dir gut,
das ist mir ein Trost und macht mir Mut.
Zum Abschied konnte ich Dich noch segnen;
wir werden uns sicher wieder begegnen,
wenn unsere Seelen im Licht sich vereinen.
Ich wünsche mir – ich kann bald um Dich weinen.
Mit den Tränen mir die Last von der Seele spülen
und statt Verbitterung nur Liebe noch fühlen.
Du starbst viel zu früh – Du warst noch so jung
was bleibt ist die Erinnerung;
So lange ich lebe – lebst auch Du
Gott gebe Dir die ewige Ruh.
Beate Stör
3. März 2020
Wir danken Beate Stör für die Erlaubnis zur Veröffentlichung.

