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Kategorie: Jugendschutz & Appelle von Eltern

Mein Kind nimmt Drogen. Was nun?“

Heidrun Behle und Jürgen Heimchen leiten die Elterninitiative für akzeptierende Drogenarbeit und humane Drogenpolitik Wuppertal. In ihrem Selbstverständnis erklären sie ihren Ansatz und richten sich an Eltern, die sich fragen: „Mein Kind nimmt Drogen. Was nun?“

Die Arbeit unserer Gruppe hat einen breitenwirksamen Gesundheitsförderungs-​Charakter. Durch die Selbsthilfe der betroffenen Eltern wird nicht nur die eigene Genesung zu erreichen versucht, sondern durch den Schwerpunkt „akzeptierender Elternarbeit“ auch eine Schadensminimierung für unsere Drogen gebrauchenden Kinder angestrebt.

In unserem Elternkreis findet Elternselbsthilfe im gemeinsamen Gruppenprozess ohne Fremdhilfe statt. Die gleichen Sorgen, Nöte, Ängste, die gleichen Hoffnungen und Wünsche, aber auch die gleiche Wut und Verzweiflung haben uns zusammengeführt. Durch den Austausch von Informationen und Erfahrungen der Gruppenmitglieder untereinander und deren Mithilfe bei der Suche nach Lösungsmöglichkeiten in Krisensituationen werden Selbsthilfekräfte jedes einzelnen angeregt.

Die Gruppe bietet Schutz und Geborgenheit, ist ein Ort des Erfahrungsaustausches, Raum, wo man sich fallen lassen kann und lernen kann, Menschen, Sachverhalte und sich selbst aus einem anderen Blickwinkel wahrzunehmen und ihnen gegebenenfalls einen anderen Stellenwert einzuräumen. Die Gruppe hat somit eine entlastende Funktion. Entlastend nicht nur für den Einzelnen, sondern auch für die Gesellschaft, da Selbsthilfe so gut wie kostenlos ist. Würde der immense Druck, unter dem Angehörige von Drogenkranken stehen, nur über professionelle Hilfe abgebaut, wäre dies ein nicht zu unterschätzender Kostenfaktor im Gesundheitswesen.

Im Mittelpunkt der Selbsthilfe steht in der Regel die eigene Person und die Bewältigung der eigenen Konflikte. Doch das Drogenproblem erfasst die ganze Familie. Die Schlussfolgerung daraus ist, dass wir Eltern uns um das Wohl aller Familienmitglieder bemühen, und das schließt unser drogenabhängiges Kind mit ein. Daraus ergibt sich für uns Eltern die soziale und gesellschaftliche Verpflichtung, Einfluss zu nehmen, dass sich die derzeitigen diskriminierenden und ausgrenzenden Lebensbedingungen der Drogenabhängigen zugunsten menschenwürdiger und integrativer Lebensmöglichkeiten verbessern. Auch für diejenigen Abhängigen, die es nicht schaffen, auf Dauer abstinent zu leben.

Öffentlichkeitsarbeit (freiwillig) und Weiterbildung ist unverzichtbarer Bestandteil unserer Gruppenarbeit.


Abschließende Anmerkungen von der #MyBrainMyChoice Initiative:

Wir freuen uns über das Vertrauen, den Beitrag bei uns im Blog veröffentlichen zu dürfen und die Arbeit der Elterninitiative auf diesem Weg unterstützen zu können. Die Termine der Treffen können Sie der PDF-​Verson oder dieser Website entnehmen.

In einem weiteren Beitrag geben wir ihre Positionierung zur Illegalität von Drogen wider: „Legalisierung aus Sicht der Eltern“

Wenn Sie nach dem Lesen des Beitrags offene Fragen haben, schreiben Sie uns eine Nachricht! Wir werden sie weiterleiten und zusammen beantworten.

Wir helfen gerne, einen Akzeptierenden Elternkreis in Ihrer Nähe zu finden. Bei uns im Blog stellen wir außerdem den Elternkreis Leutkirch im Allgäu vor.

Legalisierung aus Sicht der Eltern

Das Positionspaper der Elterninitiative für akzeptierende Drogenarbeit und humane Drogenpolitik Wuppertal zur Frage der Legalität von Drogen (Erstveröffentlichung 2014):

Wie alle Eltern hatten auch wir den Wunsch, dass unsere Kinder sich nicht vom rechten Pfade abbringen ließen, insbesondere keine verbotenen Früchte probierten, und ihren Lebensweg weitab jeglicher Straffälligkeit beschreiten würden. Mit voller Wucht riss uns die Realität ins scheinbar Bodenlose, als wir vom Drogenkonsum unserer Kinder – auch noch Heroin ! – erfuhren. Die Abwärtsspirale der Familie war in Gang gesetzt: die Drogen konsumierenden Kinder gerieten mit dem Gesetz in Konflikt, hauptsächlich durch Beschaffungskriminalität, verloren die Arbeitsstelle oder waren nicht mehr in der Lage, ihre Ausbildung zum Abschluss zu bringen. Die Eltern kämpften nach allen Seiten: gegen ihre Kinder, die aufhören sollten damit; gegen ihre Ängste, dass der – illegale – Drogenkonsum in der Nachbarschaft und der Verwandtschaft auffallen könnte, dass die Polizei die Kinder erwischte; und zuletzt kämpften sie gegen ihre ständige Angst um das Leben ihrer Kinder an. Energie raubende und krank machende Umstände. Was liegt da näher als der Wunsch, die Drogen aus der Welt zu schaffen!?

Im Jahr 1993 fand der 2. Drogenkongress von Akzept e. V. in Hamburg statt, den wir Eltern erstmalig besuchten. Wir wollten mithelfen, die Verelendung und das Sterben der Drogenkonsumenten zu stoppen. So weit waren wir dann schon. Aber die, aus unserer damaligen Sicht provokante, These des Kongresses „Ohne Legalisierung geht es nicht“ erschütterte uns zutiefst. Unsere Hoffnungen lagen bis dahin allein in den „Clean-​Therapien“ und das Abstinenzdogma war verinnerlicht. Wieso forderten Vertreter der professionellen Drogenhilfe, Professoren und Ärzte die Legalisierung des Teufelszeugs?

Drogen“ – Ein Gedicht von Beate Stör

Drogen hat´s auf dieser Welt immer schon gegeben.
Teils bereichern, teils zerstören sie Leben.
Es kommt halt eben darauf an,
wo man sie erstehen kann.
Manche sind seit ew´gen Zeiten fest im Alltag integriert
Kein Mensch der Böses dabei denkt, dass man sie konsumiert.
Die anderen Arten allemal
Sind bei uns eben illegal.
Folglich sind deren Konsumenten schlecht,
denn bei uns entscheidet dies das „Recht“.
Gesellschaftlich fällt ins Gewicht
was erlaubt ist oder nicht.
Abgestempelt wird da rasch,
zum Beispiel bei Cannabis, Hasch
und vielen anderen Substanzen
bestimmt man stur im großen Ganzen,
wer das nimmt ist kriminell
und dieses Urteil fällt man schnell.
Schaut man mal genauer hin,
macht das Verbot gar keinen Sinn.
Deshalb ist das auch verkehrt,
weil kaum jemand sich drum schert.
Konsumiert wird trotz Verbot,
jedoch dadurch entsteht erst große Not.
Ein Weltmarkt ist der Drogenhandel
geworden und es ist kein Wandel
in Sicht, solang die Politik so bleibt
wenn man nicht endlich Geschichte schreibt.
Die Zeit dafür ist mehr als reif,
bewegt euch endlich – bleibt nicht steif
an alten Mustern, alten Zöpfen
hängen; aus Forschungswerten lässt sich schöpfen.
Für Entkriminalisierung ist´s höchste Zeit
woanders ist man längst soweit.
Illegal gekaufter Stoff,
bringt nach wie vor gesetzlich Zoff,
ist außerdem gepanscht, gestreckt
und oftmals durch und durch verdreckt.
Das bedeutet vor allem Lebensgefahr
s´ist mittlerweile jedem klar,
mancher Tod ließ sich vermeiden
und Menschen müssten nicht so leiden,
wenn politisch sich was tut
zwar ist deshalb nicht alles gut,
jedoch ein erster Schritt wär´ so getan,
also bitte – packt es an!

Beate Stör leitet seit über 20 Jahren den Elternkreis Leutkirch im Allgäu – ein geschützter Ort für Eltern und Angehörige von suchtkranken oder ‑gefährdeten Kindern, die sich oft aus Scham, Angst und Überforderung zurückziehen. Beate Stör setzt sich für den Schutz von drogenabhängigen Menschen ein und spricht sich für die Entkriminalisierung von Eigenbedarfsmengen und flächendeckende Hilfsangebote aus sowie notwendige legale Regulierungen, um Drogengebrauchende vor tödlichen Überdosierungen und gefährlichen Beimengungen zu schützen. 2020 verlor sie ihren 43-​jährigen Sohn Bertram an eine Opioid-Überdosierung.

Außerdem von ihr im Blog: Das Gedicht „Gestrandet“
Zum Gedenktag für die verstorbenen Drogengebrauchenden: „Die Verbote bringen nichts“

Gestrandet“ – Ein Gedicht von Beate Stör

Gestrandet, gelandet
sind sie in der Gosse.
Das ist bitterer Ernst und sicher keine Posse.
Die Spirale abwärts dreht sich immer schneller.
Leer sind der Kopf und häufig auch der Teller.
Mit Fingern wird auf sie gezeigt
und nur ganz selten einer neigt
sich runter um mal nachzufragen.
Der Mensch wird unsichtbar in solchen üblen Tagen.

Beate Stör: „Die Verbote bringen nichts“

Beate Stör leitet den Elternkreis Leutkirch, eine Selbsthilfegruppe für Eltern suchtkranker Kinder. Seit einigen Jahren schon engagiert sie sich für ein lückenloses, flächendeckendes Hilfesystem und fordert neben der Entkriminalisierung eine sinnvolle legale Regulierung – zum Schutz von Abhängigen und zur Entstigmatisierung Angehöriger. Im Frühjahr ist ihr Sohn Bertram an einer Überdosis verstorben. In ihrem Gedicht „Gestrandet“ nimmt sie Abschied – und ruft wiederholt auf, sich für politische und gesellschaftliche Verbesserungen einzusetzen.

Das HIV-​Magazin hat Beate Störs Erfahrungen mit der Suchthilfe und Perspektiven auf die Drogenpolitik kürzlich aufgezeichnet, wo sie sagt:

Es wurden wahrscheinlich noch nie so viel Drogen konsumiert wie heute. Wenn ich im Elternkreis höre, wie sich deren Kinder, viele noch nicht einmal volljährig, mit allem zudröhnen, was sie erwischen – und ich meine damit nicht nur Cannabis und NPS, also die sogenannten Designerdrogen –, dann lässt mich das verzweifeln.

Es wird konsumiert auf Teufel-​komm-​raus, und alle machen die Augen zu. Und doch sind wir Eltern von Drogen konsumierenden Kindern Paradiesvögel in der Selbsthilfegruppen-​Landschaft. Die Gesellschaft muss endlich kapieren, dass dies ein allgemeines Problem ist, und nicht ein Problem von Eltern, die irgendetwas falsch gemacht haben. Das alles macht mich so zornig, aber es treibt mich auch weiter an. Was wir brauchen, ist eine regulierte Abgabe an Volljährige und ausreichend Geld für intensive Prävention und Aufklärung.

Die Verbote bringen nichts, das müssten doch mittlerweile alle gelernt haben. Außerdem muss die Substitution weiter vorangebracht werden. (Zum ganzen Interview: magazin​.hiv)


Zur Gedenkfeier 21. Juli 2020:
„Versorgungssicherheit (nicht nur) in Zeiten von Corona“

Zu unserer diesjähringen Gedenkfeier begrüße ich Sie herzlich. Es freut mich sehr, dass Sie sich dafür die Zeit genommen haben. Wir sind heute zusammengekommen um an die Menschen zu denken, die im Zusammenhang mit Betäubungsmitteln viel zu früh gestorben sind. Personen, die vielleicht noch leben könnten, wenn ihre Lebensbedingungen anders gewesen wären. Genau darum geht es dieses Jahr.

Bundesweit steht deshalb das Thema „Versorgungssicherheit“ im Mittelpunkt. Wohnraum, soziale und medizinische Hilfen müssen ein Menschenrecht sein – ob mit oder ohne CORONA/​Covid 19.

Die Corona-​Pandemie rückt unbeachtetes deutlich in den Vordergrund. Kündigungen, Kurzarbeit machen Wohnungen nicht mehr bezahlbar. Das betrifft Bevölkerungsschichten die angenommen haben, so etwas könnte ihnen nie passieren. Es gibt Berufsgruppen denen die Aufträge aufgrund der Pandemie weggebrochen sind und deshalb seit Monaten kaum Einnahmen haben. Sie alle bangen um ihre Existenz. Wir lesen und hören es doch jeden Tag in den Medien. Es ist richtig und wichtig, dass diese Probleme in den Fokus gerückt werden. Dabei werden aber gerade die vergessen, die am schwersten davon betroffen sind. Das sind die Menschen, die am Rande unserer Gesellschaft zu finden sind.

Viele von ihnen sind obdachlos oder wohnen in unzumutbaren Verhältnissen. Auch bei uns. Unser soziales Netz ist noch nicht engmaschig genug.

Ohne Wohnung, ohne Krankenversicherungsschutz fristen sie ein menschen-​unwürdiges Dasein. Zu all dem noch täglich Diskriminierungen ausgesetzt, von der Gesellschaft verachtet und ausgegrenzt. Was besonders erschreckende ist, auch Jugendliche, halbe Kinder leben auf der Straße! Das können und wollen wir uns gar nicht vorstellen. Bereits vor dem Ausbruch der Pandemie war es für Suchtkranke schwierig über die Runden zu kommen. In Zeiten der Corona-​Krise wurde die Lage prekärer. Mehrfach habe ich gelesen: „Die Pandemie ist wie ein Brennglas, unter dem die gesellschaftlichen wichtigen Aufgaben, die sonst fast im Verborgenen wirken, deutlich hervortreten. Die Sucht und Drogenhilfe gehört dazu. “ Dieser Aussage können wir nur zustimmen. Hilfsangebote brachen durch die Beschränkungen weg, oder wurden auf ein Minimum reduziert. Niederschwellige Angebote anzunehmen war nicht mehr möglich. Inzwischen wurden Beschränkungen teilweise aufgehoben, Beratungsstellen öffnen nach und nach wieder. Und Gott sei Dank dürfen sich Selbsthilfegruppen wieder treffen. Soweit so gut, oder eben auch nicht!

Die Probleme bleiben jedoch weiter bestehen. Soziale und medizinische Hilfen sind einfach zu wenig. Da hat ein junger Mann mit Erfolg eine Therapie absolviert, oder seine Gefängnisstrafe abgesessen, wird entlassen und dann? Vorausgesetzt er findet mit seiner Vorgeschichte überhaupt einen Arbeitsplatz, ist er doch nicht in der Lage einen Achtstundenarbeitstag zu überstehen! Hilfsprogramme zur Wiedereingliederung von Suchtkranken gibt es viel zu wenig. Da hilft auch nicht, dass es das Teilhabegesetz gibt, wenn diese Menschen keine Möglichkeit zur Integration bekommen. Dabei wissen wir alle, wie wichtig die Arbeit für Menschen gerade mit einer Behinderung ist. Und die Suchterkrankung ist eine anerkannte Behinderung! Bezahlbaren Wohnraum zu finden ist für sie nahezu unmöglich. Das schafft für sie eine Endlosschleife, keine Wohnung – kein Arbeitsplatz und umgekehrt. Plätze im betreuten Wohnen sind extrem rar.

Die Substitution ist nach wie vor ein großes Thema. Zwar tut sich etwas. Wir hören vom Pakt für Substitution bei uns in Baden-​Württemberg, es gibt das 6Eckpunktepapier für Menschen in Haft – auch da hat sich etwas bewegt. Dazu kam auch noch das 10-​Eckpunkte-​Papier, die Initiative Substitution opioidabhängiger Patienten zur Lösung der Versorgungskrise. Allerdings die Umsetzung dieser Vorschläge dauert. Substitutionsärzte brechen aus Altersgründen weg. Zu wenige jüngere Ärzte wollen sich mit der Suchthilfe beschäftigen. Es ist notwendig die Behandlung Suchtkranker aus dieser Ecke der „Unberührbaren“ rauszuholen. Die Kriminalisierung trägt sicher hier nicht dazu bei, dass sich mehr Ärzte für die Arbeit mit Suchtkranken bereit erklären. Abhängigkeitskranke Menschen sind keine Aussätzigen und wollen und brauchen eine Behandlung auf Augenhöhe. Auch für sie gelten Grundgesetz und die Menschenwürde.

Den ursprünglichen Anlass für diesen Gedenktag will ich abschließend hervorheben. Im vergangenen Jahr sind im gesamten Bundesgebiet 1398 Menschen an den Folgen oder im Zusammenhang mit Drogenkonsum gestorben. In Baden-​Württemberg ist die Zahl der Drogentoten von 121 auf 145 gestiegen. Im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Konstanz waren es 10 und im Kreis Ravensburg 6 Personen die ihr Leben verloren haben.

Wie viele es im Jahr 2020 sein werden, kann man nicht vorhersagen.
Gewiss ist, mein Sohn Bertram wird Teil dieser nächsten Statistik sein.
Er hat am 15. Februar seinen Kampf mit der Sucht verloren.

Es wurden wahrscheinlich noch nie so viele Drogen konsumiert wie heute. Wenn ich im Elternkreis höre, wie sich deren Kinder, viele noch nicht einmal volljährig, mit allem zu dröhnen, was sie erwischen – und ich meine damit nicht nur Cannabis, sondern auch die besonders gefährlichen todbringenden synthetischen Drogen, dann lässt mich das fast verzweifeln. Es wird konsumiert auf Teufel-​komm-​raus, und alle machen die Augen zu. Die Eltern finden erst den Weg zu uns, wenn sie am Boden zerstört sind und sich keinen Rat mehr wissen. Weshalb nur sind wir Eltern von Drogen konsumierenden Söhnen und Töchtern Paradiesvögel in der Selbsthilfegruppen-​Landschaft? Dabei könnte der Elternkreis locker die Festhalle füllen, wenn all diese Eltern deren Kinder bereits Kontakt mit illegalen Drogen hatten, zu uns in die Selbsthilfegruppe kämen. Die Gesellschaft muss endlich kapieren, dass dies ein allgemeines gesellschaftliches Problem ist und nicht ein Problem einzelner Eltern, die in ihrer Erziehung irgendetwas falsch gemacht haben! Es wäre so dringend, die betroffenen Eltern nicht zu verdammen, sondern sie zu ermutigen sich so früh wie möglich Hilfe zu holen. Auch hier ist die Kriminalisierung eher ein Hindernis als eine Hilfe.

Die Verbote bringen nichts, das müssten doch mittlerweile alle gelernt haben. Wenn Jugendliche immer mehr und vor allem immer früher mit Drogen experimentieren, sich ausprobieren, dann geht uns teilweise eine Generation an den Folgeerkrankungen verloren!
Was Not tut sind intensive Prävention und Aufklärung. Es gibt gute Beispiele in anderen Ländern. Was hindert uns daran diese Konzepte zu übernehmen?

Wir leben in einer Ellenbogengesellschaft, nur der Stärkere erreicht das Ziel. Die Schwächeren bleiben häufig auf der Strecke. Und es sind eben meistens diese Menschen, die in der Sucht „hängen“ bleiben. Sie abzuwerten und auszugrenzen ist bestimmt nicht der richtige Weg. Gerade die Pandemie hat uns doch aufgezeigt wie sehr wir uns gegenseitig brauchen. Eine Welle der Hilfsbereitschaft ging durch unser Land. Es war eine Freude zu sehen, wie kreativ die Bevölkerung reagiert hat und völlig unbürokratisch ehrenamtlich Dienste am Nächsten übernommen haben. Klammern wir die Menschen die in einer Abhängigkeit gefangen sind nicht aus, sondern sehen wir sie gleichfalls als Menschen an mit all den Bedürfnissen die Sie und ich ebenfalls haben.

Mit den Worten von Heather Brook aus Australien komme ich zum Ende: „Wo Leben ist, da ist Hoffnung – und unser erstes Ziel in der Drogenpolitik sollte darin bestehen, diese Hoffnung am Leben zu erhalten, indem wir die Abhängigen am Leben halten!“


Beate Stör hat uns als Unterstützerin unserer Kampagne für eine neue Drogenpolitik ihre diesjährige Rede zum Gedenk- und Protesttag für verstorbene Drogengebraucher_​innen zur Verfügung gestellt, aus der wir einige Graphiken erstellt haben. Diese dürfen gern geteilt werden, um auf Bedürfnisse und Perspektiven betroffener Eltern aufmerksam zu machen.

Die Graphiken können in den folgenden Ordnern abgerufen werden. Zum Download in optimaler Qualität jeweils rechts oben auf die drei Punkte klicken und dann auf „Herunterladen“.

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