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Interview mit Xaver über MDMA, 2 C-B und Bigotterie

Xaver*, 28, ver­eint alle bio­gra­phi­schen und äußer­li­chen Merk­ma­le, um in unse­rer Gesell­schaft bevor­teilt zu wer­den. Der Sub­stanz­kon­sum gehört zu sei­nem Leben, aber man sieht es ihm nicht an. Weni­ge Jah­re nach sei­nem Stu­di­um hat er nun eine gute Posi­ti­on in einem bekann­ten Inter­net-Unter­neh­men, legt dar­auf aber kei­nen Wert.

Lese­zeit: 9 Minu­ten


mybrain­my­choice: Wel­che Sub­stan­zen spie­len eine wesent­li­che Rol­le für dein Leben und wann hast du damit gestar­tet, sie zu neh­men?

Xaver: Vor allem MDMA und 2C-B, ansons­ten noch Pep bzw. Speed. MDMA war mei­ne ers­te und ein­schnei­dends­te Erfah­rung. Das ers­te Mal war mit 24. Ich hat­te gro­ßes Inter­es­se, es aus­zu­pro­bie­ren. Ich war mit 23 das ers­te Mal auf einem Fes­ti­val, wo der Sub­stanz­ge­brauch offen gelebt wur­de. Mit Can­na­bis konn­te ich dar­an nicht teil­ha­ben, und mit Alko­hol auch nicht. Ein Jahr lang, bis zum nächs­ten Mal auf die­sem Fes­ti­val, hat­te ich inner­lich abge­wägt, ob ich es dies­mal aus­pro­bie­re oder nicht.
MDMA hat für mich eine Tür auf­ge­macht, die ich nicht mehr schlie­ßen konn­te. Am Tag danach dach­te ich, ich sei ein ande­rer Mensch. Sie macht mich lebens­froh und lebens­be­ja­hend. Sie war mei­ne „Ein­stiegs­dro­ge“ für ande­re „har­te“ Sub­stan­zen. 2C-B ist ähn­lich inten­siv, ein­fach zu han­deln und letzt­lich weni­ger ein­schnei­dend.

Wie kamst du denn so spon­tan zu MDMA, dass du es ein­fach mal aus­pro­bie­ren konn­test?

Auf den Fes­ti­vals lau­fen Dea­ler rum und fra­gen, ob du was willst.

Wie oft kon­su­mierst du seit­dem die­se Sub­stan­zen?

An den Wochen­en­den, aber nicht immer die glei­chen. Ich ver­su­che, über meh­re­re Wochen Pau­sen von den jewei­li­gen Sub­stan­zen ein­zu­le­gen. Je län­ger mei­ne Kon­sum­pau­se, des­to bes­ser ist die Erfah­rung danach wie­der. Ich möch­te das Beson­de­re wah­ren.
Seit April mache ich eine Pau­se von MDMA. Da muss­te ich den Feh­ler machen, es in der fal­schen Situa­ti­on zu neh­men. Ich steck­te ohne­hin in einer Kri­se und hat­te danach eine Woche lang eine mit­tel­schwe­re depres­si­ve Epi­so­de. Ansons­ten mer­ke ich aber früh­zei­tig, wenn es mal wie­der für ein paar Wochen reicht.

Und hast du sie auch mal wäh­rend der Arbeit genom­men?

Nein, da nicht. Es gehört zu mei­nen Über­zeu­gun­gen, Sub­stan­zen nicht zu kon­su­mie­ren, um in der Gesell­schaft zurecht­zu­kom­men.
Und ein Dau­er­zu­stand wür­de mei­nen All­tag und die Erfah­run­gen kaputt machen.

Ver­bin­dest du MDMA und 2C-B mit Par­tys oder hat es für dich auch in ande­rem Kon­text Sinn?

MDMA habe ich auch ander­wei­tig ver­sucht, aber das sind Aus­nah­men. Das gehört auf eine Par­ty. 2C-B weni­ger, das ist kei­ne Club­dro­ge. Ich zie­he da aber eine Trenn­li­nie. Beim Zusam­men­sit­zen mit Freun­den kann man das schon machen, drauf zu sein, aber muss auch echt nicht sein.

Wie sieht für dich ein pas­sen­des Set­ting aus?

Ich muss mich sicher füh­len, um mich fal­len las­sen zu kön­nen. Aber ich füh­le mich recht leicht sicher. (lacht) In mei­ner Hei­mat­stadt heißt das, in einem Umfeld von Betrun­ke­nen zu sein, weil ich da nicht auf­fal­le. Da habe ich kei­ne Angst vorm Erwischt wer­den. Mei­ne Hei­mat­stadt ist sehr repres­siv und die Tür­ste­her ken­nen da kei­ne Akzep­tanz. Mei­ne Alter­na­ti­ve wäre mit­zu­sau­fen, um auch Spaß zu haben, aber dar­auf habe ich kei­ne Lust.
In Ber­lin muss ich mir kei­ne Gedan­ken machen, da ist der Kon­sum ja ein offe­nes Geheim­nis. Die Club­land­schaft ist ja ein Anreiz her­zu­zie­hen oder her­zu­rei­sen. Das wäre ja ohne das Lau­fen­las­sen nicht mög­lich. Das wis­sen alle, sicher­lich auch die Behör­den. Es ist ein Wirt­schafts­fak­tor! Das heißt natür­lich nicht, dass jeder hier kon­su­miert.

Wie fin­dest du Alko­hol, Tabak und Can­na­bis?

Beim Fei­ern trin­ke ich wenig Alko­hol. Wenn dann nur für den Geschmack.
Aber Alko­hol gehört schon zu mei­nem All­tag. Unter der Woche trin­ke ich abends oft 1–2 Bier. Ich will eigent­lich jeden Tag nicht nüch­tern sein und Alko­hol ist das ein­fachs­te.
Das Rau­chen habe ich mitt­ler­wei­le end­lich auf­ge­hört. Und Can­na­bis habe ich mit dem 1. Mal MDMA qua­si auf­ge­ge­ben, es ist ein­fach nicht mei­ne Sub­stanz.

Glaubst du, es gibt einen beson­de­ren Grund für dein Kon­sum­ver­hal­ten?

Ja, man hat immer einen Grund. Ich glau­be, es gibt zwei gro­ße Fehl­an­nah­men. Die eine ist, dass alle ille­ga­li­sier­ten Sub­stan­zen einen auto­ma­tisch zum Jun­kie machen.
Die Ille­ga­li­sie­rung ver­bannt Sub­stan­zen aus der Dis­kus­si­on, nicht aber aus dem Leben: Wir spre­chen nicht drü­ber, sehen es nicht, aber wir kön­nen davon aus­ge­hen, dass Mil­lio­nen in Deutsch­land kon­su­mie­ren ohne dass man es bemerkt oder ihnen ansieht.
Ande­re zie­hen dar­aus den Schluss, dass die aller­meis­ten Kon­su­men­ten sich und ande­ren kei­nen Scha­den zufüh­ren und aus­schließ­lich zur Rekrea­ti­on Dro­gen neh­men. Frü­her woll­te ich das glau­ben, heu­te kann ich es nicht mehr. Jeder hat sei­nen Ruck­sack zu schlep­pen, es ist für mich nicht vor­stell­bar, dass jemand in die­ser Gesell­schaft kei­nen Scha­den abkriegt. Natür­lich will man als Kon­su­ment Moti­ve roman­ti­sie­ren. Letzt­lich kon­su­mie­ren wir doch alle um zeit­wei­se die fie­se Rea­li­tät hin­ter uns zu las­sen.

Machst du dir Gedan­ken dar­über, dass eine Sub­stanz mal gefähr­lich gepanscht sein könn­te oder was ande­res ent­hält, als zu möch­test? Gibt es für dich Quel­len, auf die du dich ver­lässt?

Ver­läss­lich­keit gibt es nicht. Die Dea­ler ver­kau­fen, was sie krie­gen.
Ich habe mir eine Reagenz­flüs­sig­keit als Indi­ka­tor geholt. Die zeigt aber nur an, wel­che Sub­stanz über­wie­gend ent­hal­ten ist. Das ist bes­ser als nichts, aber reicht natür­lich nicht. Es ist immer Rus­si­sches Rou­let­te. Damit lebe ich und habe es akzep­tiert, will das aber eigent­lich nicht.
Es wäre schön, wenn es rich­ti­ges Drug-Che­cking gäbe, aber das schei­tert in Ber­lin ja gera­de noch dar­an, dass nicht geklärt ist, ob sich die Che­cken­den wäh­rend des Besit­zes straf­bar machen wür­den.
Drug-Che­cking soll­te nicht ver­bo­ten sein. Sub­stanz­ge­brauch ist etwas sehr Nor­ma­les bei mir und in mei­nem Freun­des­kreis. Aber wie war das noch? „Dro­gen sind ver­bo­ten, weil sie gefähr­lich sind“? Nein, Dro­gen sind gefähr­lich, weil sie ver­bo­ten sind. Erst­mal weiß nie­mand, was wirk­lich drin ist und wüss­test du intui­tiv, wie­viel du neh­men sollst? Mit Alko­hol lernt man lei­der „mehr ist immer bes­ser“, bei ille­ga­li­sier­ten Sub­stan­zen ist die­ser Ansatz fatal. Die Dro­gen­po­li­ti­ker set­zen Men­schen also gro­ßer Gefahr aus. Aber wenn mich jedes Mal Gedan­ken dar­an beschäf­ti­gen wür­den, wür­de ich nichts neh­men.

Wie schätzt du die rich­ti­ge Dosis für dich ein?

Ich wie­ge mit einer Fein­waa­ge und infor­mie­re mich im Inter­net über Dritt­be­rich­te und Dosie­rungs­emp­feh­lun­gen. Goog­le ein­fach das Logo auf den Tablet­ten (lacht). Es ist toll, wie leicht das übers Inter­net geht, sol­che Infor­ma­tio­nen zu erhal­ten!
Bei MDMA neh­me ich bei jeder Bestel­lung – das ist ja jedes Mal eine grö­ße­re Men­ge – erst eine klei­ne Dosis, und dann stellt es sich mir vor. Ich habe ja Erfah­rung und mer­ke dann, wie es wirkt.

Gibt es bestimm­te Sei­ten im Inter­net, die dir hel­fen?

Ja, auf jeden Fall! Drugs­couts ist mei­ne Anlauf­stel­le No. 1. Ohne die wäre bestimmt viel schief­ge­lau­fen. Big Fan!! (lacht)

Hast du denn auch nega­ti­ve Erfah­run­gen gemacht?

Ja, ich hat­te zwei mie­se Erleb­nis­se. Beim ers­ten habe ich zu viel MDMA genom­men. Das war ein super­star­kes Teil­chen und ich habe es trotz Pil­len­war­nung in der taz genom­men. Die ers­te Hälf­te war aber phan­tas­tisch!
Die Hälf­ten sind oft nicht gleich dosiert. 8 Stun­den spä­ter habe ich die zwei­te Hälf­te genom­men und war froh, als es vor­bei war.
Beim zwei­ten Mal war es offen­bar kein MDMA, aber ich weiß immer noch nicht, was es gewe­sen sein könn­te. Unse­re Feh­ler waren, dass wir davor viel getrun­ken hat­ten und es von irgend­wem im Club gekauft haben. Und dann kam noch der klas­si­sche „Idio­ten­feh­ler“, obwohl wir es eigent­lich bes­ser wuss­ten: Als es erst nicht gewirkt hat, haben wir nach­ge­legt.
Wir haben es über­lebt, und so war es im Nach­hin­ein wich­tig für uns zu ler­nen, dass es auch mal so lau­fen kann, und die­se Feh­ler nicht mehr zu machen.

Was waren dei­ne ange­nehms­te und dei­ne unan­ge­nehms­te Erfah­rung mit MDMA und 2C-B? Sind die nega­ti­ven gleich­zei­tig die im Nach­hin­ein unan­ge­nehms­ten?

Als ich das ers­te Mal auf MDMA war, gehört zu mei­nen ange­nehms­ten Erfah­run­gen. Es war so über­ra­schend, dass sowas pas­sie­ren kann. Ein Trip­sit­ter, jemand aus dem Freun­des­kreis, war dabei und daher konn­te ich mich fal­len las­sen. Und zu den ange­nehms­ten Erfah­run­gen mit MDMA gehört auch, ein Jahr spä­ter, das ers­te Mal mit mei­ner gro­ßen Lie­be zusam­men.

Die bei­den Male, als es schief­ging, sind nicht unbe­dingt die unan­ge­nehms­ten Erfah­run­gen, denn dar­aus habe ich bei­de Male was gelernt. Durch MDMA habe ich viel­mehr gelernt, dass es kein gut und schlecht gibt. Es hat mir die Angst vor dem Unbe­kann­ten genom­men. Alle Erfah­run­gen waren irgend­wie wich­tig.

2C-B macht mir tie­risch Spaß. Es ist schwer zu grei­fen, was mir dar­an gefällt. Ich kanns nicht beschrei­ben. Es ist eine stark psy­cho­ak­ti­ve Sub­stanz, aber gleich­zei­tig hat man auch das Gefühl, rela­tiv klar zu sein. Ich habe kei­ne unan­ge­neh­men Erfah­run­gen damit. Ich kann mich wäh­rend­des­sen sehr gut unter­hal­ten, und auch ein­schla­fen, wenn ich nicht mehr mag.

War 24 für dich das pas­sen­de Alter zu star­ten?

In der Rück­schau hat es Sinn gemacht. Indem ich schon etwas älter war, konn­te ich die Erfah­run­gen nicht als was Nor­ma­les ken­nen­ler­nen. Für mich war es wich­tig, davor gelit­ten zu haben. Vor ein paar Wochen wur­de fest­ge­stellt, dass ich Depres­sio­nen habe. Ich habe MDMA auch damals schon nicht unbe­las­tet genom­men. Das Lei­der­le­ben war da und ich war auf der Suche nach Bes­se­rung. Das hat den Kon­sum sehr begüns­tigt. Unter ande­ren Umstän­den hät­te ich es viel­leicht gar nicht aus­pro­biert.
Wäre ich mit mei­nem Leben zufrie­den gewe­sen, hät­te ich mir wahr­schein­lich kei­ne ande­ren Erfah­run­gen gewünscht.
Davor war ich viel Sau­fen und habe mich auf die­se Wei­se betäubt und bin geflüch­tet. Auch Alko­hol­kon­sum kommt nicht von unge­fähr.

Falls du dar­über reden möch­test – wie hast du von dei­ner Depres­si­on erfah­ren und wie gehst du nun damit um?

Ja, unbe­dingt. Ich fin­de das sehr wich­tig, dar­über zu reden und den Zusam­men­hang zu zei­gen.
Durch die Sub­stan­zen habe ich gelernt, dass zum kras­sen Glücks­stre­ben auch Leid gehört. Und ich konn­te durch die Erfah­run­gen mich selbst soweit ver­ste­hen, dass ich ein tie­fer lie­gen­des Pro­blem auf­schie­be. Vor 6 Wochen bin ich zu einem The­ra­peu­ten gegan­gen, der die Depres­si­on fest­ge­stellt hat und bin nun seit­dem in The­ra­pie.

Ich habe gehört, es sei manch­mal schwie­rig, Therapeut_​innen vom Sub­stanz­kon­sum zu erzäh­len. Vie­le machen wohl schlech­te Erfah­run­gen, dann gleich in eine Schub­la­de gesteckt und nicht mehr ernst genom­men zu wer­den. Wie ist das bei dir?

Mein The­ra­peut ist da zum Glück offen. Er hat mich bei der ers­ten Sit­zung gleich gefragt, ob ich Dro­gen neh­me. Er setzt sich für Drug-Che­cking ein.

Wie kommst du grund­sätz­lich an Sub­stan­zen?

Ich habe es da sehr leicht. (lacht) Ich brau­che kei­nen Dea­ler, son­dern las­se mir alles von zwei Leu­ten aus der Arbeit mit­brin­gen.

Stellst du dir dein zukünf­ti­ges Leben mal ohne Sub­stan­zen vor?

Nein, ich kann mir ein Leben ohne Dro­gen nicht vor­stel­len.

Eini­ge wür­den mit die­sem Wis­sen über dich behaup­ten, du seist abhän­gig oder süch­tig. Kannst du dich damit iden­ti­fi­zie­ren?

Es ist sicher­lich eine psy­chi­sche Abhän­gig­keit oder auch Sucht, aber kei­ne phy­si­sche. Für mich gehö­ren die Sub­stan­zen zum Club­be­such an den Wochen­en­den dazu. Ich erle­be sie als Berei­che­rung.
Ich war bis Anfang des Jah­res zehn Jah­re lang star­ker Rau­cher. Ich weiß, wie sich Sucht anfühlt, wie sie den All­tag bestimmt. Das ist kein Ver­gleich. Und ehr­lich gesagt wäre ich mir gar nicht sicher wie es um mei­nen Alko­hol­kon­sum bestellt wäre, wenn ich nur das kon­su­mie­ren wür­de. Das wäre ja auch mehr oder weni­ger akzep­tiert.

Was wünscht du dir von der Dro­gen­po­li­tik?

Die Rechts­la­ge macht auf jeden Fall kei­nen Unter­schied für mich, ob ich die­sen Lebens­stil füh­re oder nicht. Aber ich bin durch und durch poli­tisch und es ist sehr schwer, eine Situa­ti­on ohne den Kapi­ta­lis­mus und sei­ne Art des Zusam­men­le­bens zu erle­ben. Mit Sub­stan­zen erlebt man eine ande­re Wahr­heit und es gibt vie­le ver­schie­de­ne Wahr­hei­ten. Ich kann das mit mei­nen Eltern und Freun­den nicht offen genug durch­spre­chen.

Ich wür­de mir wün­schen, dass über­haupt offen über den Kon­sum und Erfah­run­gen gespro­chen wird. Seit jeher haben Leu­te kon­su­miert. Mich stört die­se Unauf­rich­tig­keit. Es berei­tet mir Sor­gen, dass ich nicht offen dar­über spre­chen kann. Und dass ich hier Xaver hei­ßen muss! Aber wür­de ich mei­ne ech­ten Namen nen­nen, wür­de ich nicht nur mich, son­dern auch mei­nen Freun­des­kreis outen. Ich will ein sicht­ba­res Bei­spiel von Mil­lio­nen sein kön­nen! Die­se Bigot­te­rie nervt mich.
In mei­ner Hei­mat­stadt habe ich zum Bei­spiel auf einer Hoch­zeit zwei Freun­de von frü­her getrof­fen. Aus „Was machst du?“ ist schnell ein poli­ti­sches Gespräch gewor­den und ich habe mei­ne Ansich­ten, mei­nen Drang, in einer soli­da­ri­schen, pro­gres­si­ven Gesell­schaft eman­zi­pier­ter Indi­vi­du­en zu leben am Bei­spiel Dro­gen dar­ge­legt. Die bei­den hat­ten kei­ne Ahnung, wie nor­mal Sub­stan­zer­fah­run­gen unter ihren dort anwe­sen­den Bekann­ten sind. Er ist ein Kon­ser­va­ti­ver, der glaubt, Dro­gen müs­sen zum Schutz ver­bo­ten wer­den. Ich habe ihm gesagt: Ich bin Kon­su­ment und ich kann dir aus ers­ter Hand sagen, dass du Men­schen dadurch nicht beschützt son­dern gefähr­dest.

Wie haben die bei­den reagiert?

Die­se Offen­ba­rung war ein kräf­ti­ges Argu­ment. Er hat zwar sei­ne Mei­nung wohl nicht geän­dert. Aber sie war sehr inter­es­siert. (lacht)

Ich möch­te zwar, das jeder über sei­nen Kon­sum selbst ent­schei­den kann. Aber manch­mal wün­sche ich mir auch, in einer Welt zu leben, in der jeder Mal MDMA genom­men hat. Man muss sich zwar bewusst mit der Erfah­rung beschäf­ti­gen kön­nen, aber wäre das mög­lich, sähe die Welt ganz anders aus. Ich habe erlebt, wie empa­thisch, ange­nehm, offen, wach, auf­merk­sam und zuvor­kom­mend man ande­ren begeg­nen kann. Das hat mein Men­schen­bild unfass­bar zum Posi­ti­ven ver­än­dert.

Vie­len Dank für das Gespräch!

Das Gespräch führ­te Phi­li­ne Edbau­er.


*Name geän­dert

Fra­gen wer­den ger­ne an den Inter­view­ten wei­ter­ge­lei­tet.
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