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Bild: JR Korpa via Unsplash

Was Harm Reduction ist und warum wir mehr davon brauchen

von Melissa Scharwey

Was ist Harm Reduction?

Wortwörtlich übersetzt bedeutet harm reduction „Schadensreduzierung.“ Obwohl die Entwicklung erster harm reduction-Maßnahmen schon in den 1920er-​Jahren begann, ist das Prinzip erst in den 1980er-​Jahren bekannt geworden. In dieser Zeit wurden erstmals Spritzenprogramme als Antwort auf die HIV-​Ausbreitung unter Menschen, die Drogen injizieren, eingesetzt. Das oberste Ziel von harm reduction ist es, mögliche Schäden von Drogengebrauch mit sogenannten safer use-Praktiken zu reduzieren oder zu verhindern.1

Typische Beispiele für harm reduction-Angebote sind:

Spritzentausch und ‑automaten:

Die Abgabe von Spritzen und Nadeln für den Drogenkonsum sowie Automaten mit Spritzen und anderen Materialien. Damit werden konkrete gesundheitliche Ziele verfolgt – beispielsweise das Vermeiden von gemeinsamer oder mehrfacher Verwendung von Spritzen zur Verminderung von HIV-​Übertragungen und anderen Infektionen. (Der Spritzentausch war bis 1992 in Deutschland Straftatbestand.)

Drogenkonsumräume:

Zur Vorbeugung verschiedener gesundheitlicher Schäden und Überdosierungen. Und um Konsumierende in Kontakt mit Hilfsangeboten und medizinischer Versorgung zu bringen.

Substitutionsbehandlungen:

Zum Beispiel Methadon, das in vielen Fällen als Substitut bei Heroinabhängigkeit eingesetzt wird, um Betroffene gesundheitlich und sozial zu stabilisieren. Eine andere Art von Substitution ist die Behandlung mit Diamorphin (medizinisches Heroin).

Drug Checking:

Vorwiegend in Partykontexten etabliert, um illegale Drogen auf ihre Zusammensetzung zu prüfen. Neben etwaigen Verunreinigungen wird hierbei auch der Wirkstoffgehalt einer Substanz ermittelt, der – bedingt durch den illegalen Markt – stark schwankt und zumeist unklar ist.

Naloxon:

Ein Anti-​Opiat, das die Wirkung einer Überdosis von Opiaten aufhebt und damit eine lebensrettende Maßnahme ist.


All diese Beispiele fördern safer use-Praktiken, die oft auch in Kombination mit safer sex-Utensilien angeboten werden, um Risiken durch eventuell riskante Verhaltensweisen wie ungeschütztem Geschlechtsverkehr ebenfalls entgegenzuwirken.

Neben dem offensichtlichen Hauptaspekt, dass harm reduction mitunter lebensrettende safer use-Maßnahmen verbreitet, liegt ein weiterer Vorteil darin, dass diese Art von Angeboten die hohe Schwelle zur Suchthilfe oder Informationsbeschaffung senkt. Somit erreicht harm reduction auch Konsumierende, die ansonsten keinen Kontakt zu Hilfsangeboten haben oder aufnehmen würden.

Harm reduction sieht für jede:n anders aus. Für einige mag es bedeuten, Heroin zu rauchen, anstatt zu injizieren, für andere, Cannabis zu verdampfen statt zu rauchen, und für andere wiederum, Ecstasy vor dem Feiern checken zu lassen. Dementsprechend ist harm reduction ein breites Feld und es geht nicht darum, generalisierende Maximalanforderungen zu stellen.

Eine Gemeinsamkeit der Maßnahmen ist allerdings ihre Zielgruppe: Sie wenden sich zum einen an Menschen, die sich für den gelegentlichen Drogengebrauch entschieden haben und teils erfahrene Konsument:innen sind, zum anderen an Menschen in Drogenabhängigkeit. Erstkonsument:innen sind also nicht die Hauptzielgruppe von harm reduction.2 Dieser Umstand sollte unbedingt überwunden werden, denn auch Erstkonsument:innen muss das Recht zustehen, so sicher und gut informiert wie möglich Drogen gebrauchen zu können.

Eine wichtige Botschaft der Deutschen Aidshilfe in diesem Zusammenhang ist, dass (auch) Menschen, die Drogen gebrauchen, selbstverantwortlich handeln und größtenteils daran interessiert sind, mögliche Schäden ihres Drogengebrauchs zu kontrollieren.3 Konsument:innen sind aktive Teilnehmer:innen der harm reduction-Arbeit und sollen als solche wahrgenommen werden.

Dass harm reduction-Maßnahmen effektiv sind, ist ausgesprochen gut und umfassend belegt.4 Insbesondere die Substitutionsbehandlung von Heroinabhängigen sowie die Abgabe von sterilen Spritzen sind in der EU inzwischen etablierte Maßnahmen.5,6 Drogenkonsumräume gibt es in mehreren Ländern, unter anderem in Deutschland, der Schweiz, den Niederlanden, Kanada und Australien.7

Um welche Schäden geht es?

Der Begriff harm reduction wird hauptsächlich im Zusammenhang mit gesundheitlichen Schäden für Konsumierende verwendet. Diese zu vermeiden ist zwar absolut wichtig, so kurzsichtig sollte harm reduction allerdings nicht eingegrenzt werden. Deswegen gehen einige Expert:innen weiter und definieren harm reduction als die gesamtheitliche Reduzierung der Schäden, die durch Anbau, Verteilung, Gebrauch und die politische Kontrolle von Drogen entstehen.8 Das Team um den britischen Wissenschaftler David Nutt untersuchte diese umfassenden sozialen Schäden genauer. Dabei unterscheiden sie die Schäden danach, ob sie Konsumierende (zum Beispiel Familienprobleme) oder Angehörige und die Gesamtgesellschaft betreffen (unterteilt in folgende Kategorien: Schäden für Familie und Umfeld, gesamtgesellschaftliche Schäden, Umweltschäden, internationale Konsequenzen, wirtschaftliche Konsequenzen).9

Um die Vielzahl an Aspekten möglicher Schäden zu unterteilen, wird in der Literatur oft zwischen zwei verschiedenen Arten von harm reduction unterschieden: Micro harm reduction und macro harm reduction.10 Die eingangs genannten Beispiele, die sehr effektive und weit verbreitete Anwendungen von harm reduction darstellen, fallen in die Kategorie von micro harm und betreffen damit also direkte Schäden, die hauptsächlich die:den Einzelne:n betreffen.

Macro harm reduction befasst sich mit weitgreifenden, gesundheitlichen und sozialen Schäden, die durch Drogenkonsum und seine Folgen für die Betroffenen und deren Umfeld entstehen können – aber auch durch Drogenanbau, den illegalisierten Markt und durch die Drogenpolitik. Das Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNOCD) zählt dementsprechend auch Gewalt, Korruption, organisiertes Verbrechen und Beschaffungskriminalität zu macro harm. Trotzdem werden diese Faktoren in keiner ihrer Analysen spezifiziert, da bislang keine belastbaren Daten erhoben wurden.11

Natürlich überschneiden sich einige Bereiche von micro und macro harm reduction. Drogenkonsumräume sind zum Beispiel ein klassischer Fall von micro harm reduction, der aber auch macro harm beeinflusst, da Drogenkonsumräume das Umfeld sicherer gestalten – beispielsweise durch weniger gebrauchte Spritzen im öffentlichen Raum.

Die Verbindung zwischen macro harm reduction und Drogenpolitik verdeutlicht sich mit folgendem Gedankenspiel: Sofern eine effektive Drogenpolitik darauf ausgerichtet sein sollte, drogenbedingte gesundheitliche, soziale und gesellschaftliche Schäden zu reduzieren – für die:den Einzelne:n (Konsumierende und betroffene Communities) und gesamtgesellschaftlich – wäre Entkriminalisierung ein wichtiger erster Schritt Richtung macro harm reduction. Denn sie reduziert erwiesenermaßen viele der Risiken und negativen Konsequenzen, die durch Drogenkonsum entstehen.12 Weiterhin würden dadurch die negativen Konsequenzen abgeschafft werden, die durch die Kriminalisierung und Strafverfolgung von Konsumierenden erst entstehen.13

Dies gilt ebenso für die staatliche Regulierung. Die legale, staatliche Regulierung ist eine noch weitreichendere und nachhaltigere Form von macro harm reduction, da die konsumierende Person sich für den Drogenerwerb nicht in die Illegalität begeben und organisiertes Verbrechen finanziell unterstützen muss.

Die geringsten Schäden entstehen also bei einer drogenpolitischen Gestaltung, die nicht kriminalisiert und den Markt legal reguliert.

Micro harm reduction: Einer von mehreren wirksamen Drogenhilfeansätzen

Ein ähnlicher Zugang kann zur micro harm reduction aufgezeigt werden: Alle Drogenhilfe- und Behandlungsangebote sollten auf einem Spektrum gesehen werden, auf dem sich micro harm reduction-Ansätze an einem Ende und abstinenz-​orientierte Ansätze am anderen Ende befinden, mit vielen Kombinationen dazwischen. Das entsprechende Angebot darf also nicht „entweder-​oder“, sondern muss „sowohl-​als-​auch“ heißen. Das ist eigentlich einleuchtend, denn Überleben zu sichern und Folgeschäden von Drogengebrauch zu vermeiden, sind (lebens-)notwendige Angebote, ohne die viele Menschen weitere Phasen wie eine Reduzierung ihres Konsums niemals erreichen werden. „Die Chance dazu hat nur, wer überlebt, und dort setzt unsere Arbeit an. Niemand soll dabei aufgegeben werden, das habe ich immer wieder gelernt“, sagt Norbert Wittman vom Mudra e.V. dazu.14 Trotzdem verstehen sich Praktizierende der abstinenz-​orientierten Arbeit und Harm Reductionists oft als unvereinbar. Jedoch nur mit der Akzeptanz, dass alle Ansätze wichtig sind, können Betroffene in jeder Phase des Konsumverlaufs unterstützt werden, und in einer größeren Zahl erreicht werden.15 Das traditionalistische Abstinenzideal ist für manche der Konsumierenden aus verschiedensten Gründen nicht erwünscht oder realisierbar und diesen Menschen müssen andere Optionen zur Verfügung stehen, zum Beispiel Konsumreduzierung oder safer use. Der Entscheidung, mit oder ohne Drogen leben zu wollen, muss mit Respekt und Akzeptanz begegnet und ein menschenwürdiges Leben muss auch mit Drogen ermöglicht werden, wie der deutsche Betroffenenverband JES betont.16

Schließlich sollte auch ein kritischer Blick auf die Substanzen selbst geworfen und evidenzbasiert zwischen den tatsächlichen, möglichen und vermeintlichen Schäden differenziert werden. Zwei wesentliche Studien in diesem Zusammenhang wurden von The Lancet17 in Großbritannien (siehe auch o.g. Studie von David Nutt & Team) und dem niederländischen Institut für öffentliche Gesundheit und Umwelt RIVM18 herausgegeben. Beide zeigen auf, dass die Schäden der meisten Substanzen deutlich anderes zusammengestellt und verbreitet sind, als der Großteil der Gesellschaft sie wahrnimmt. In beiden Fällen sind unter den Top 5 der schädlichsten Drogen: Heroin, Kokain, Tabak und Alkohol, während Cannabis und LSD beispielsweise am anderen Ende der Skala zu finden sind. Das ist einer der Gründe, weswegen immer mehr Stimmen dafür plädieren, das UN Einheitsabkommen über die Betäubungsmittel und seine Klassifizierungen von Drogen zu überarbeiten.19

Harm Reduction in Deutschland

In den 90er-​Jahren hat Deutschland einige drogenpolitische Reformen durchgeführt und micro harm reduction-Maßnahmen wie Spritzentausch, Substitutionstherapie und Drogenkonsumräume eingeführt. Die Frankfurter Resolution von 1990 war ein Meilenstein für micro harm reduction in Frankfurt, Hamburg, Dortmund, Berlin und Hannover und in vielen anderen europäischen Städten.20 Die Frankfurter Resolution verkündet deutlich:

Eine Drogenpolitik, die Sucht ausschließlich mit Strafrecht und Zwang zur Abstinenz bekämpfen will, ist gescheitert. Kriminalisierung steht der Drogenhilfe und Drogentherapie im Weg und weist Polizei und Justiz eine Aufgabe zu, die sich nicht lösen können.“

Neben den oben genannten Pionierstädten gibt es mittlerweile vielerorts in Deutschland Drogenhilfen, die wertvolle und wirksame harm reduction-Arbeit leisten.21 Dadurch hat sich international ein Bild von Deutschland als Vorreiter der harm reduction gefestigt, ähnlich wie in unseren Nachbarländern Schweiz und den Niederlanden. Inbesondere bei der Substutionstherapie wird zu Deutschland aufgeschaut.22

Diese politischen Fortschritte sind lobenswert – allerdings fanden sie vor mehreren Jahrzehnten statt. Nun stellt sich die Frage, ob sich die Drogenpolitik im Hinblick auf harm reduction in Deutschland seit den 90ern weiterentwickelt hat und auf dem neusten wissenschaftlichen Stand ist.

Was ist die offizielle Position der deutschen Drogenpolitik?

Die offizielle Position ist, dass harm reduction, neben Prävention, Behandlung und Repression, eine der vier Säulen und damit das Grundgerüst der deutschen Drogenpolitik bildet. Die Drogen- und Suchtstrategie der Bundesregierung nennt als Beispiele für harm reduction all solche, die Todesfälle durch Überdosierung verhindern und Infektionskrankheiten reduzieren. Dementsprechend geht es bei harm reduction in Deutschland überwiegend um micro harm reduction.

  • Vergabe von Spritzen und anderen safer use-Utensilien
  • Bereitstellung von Testmöglichkeiten auf Infektionskrankheiten
  • Behandlung von Hepatitis C
  • Substitutionstherapie
  • Notfalltraining und Einsatz von Naloxon
  • Drogenkonsumräume

Laut der deutschen Drogen- und Suchtstrategie „steht der suchtgefährdete oder von der Sucht betroffene Mensch (…) im Mittelpunkt“ und entsprechende Angebote müssen sich „an der Lebensrealität der Betroffenen orientieren.“ Gleichzeitig steht im Vorwort aber auch, dass auf illegale Drogen verzichtet werden muss, während ein verantwortungsvoller Umgang mit Alkohol in Ordnung ist.23

Für Alkohol und illegalisierte Drogen gelten also komplett unterschiedliche Regeln, denn die Alkoholprävention in Deutschland zielt darauf ab, Missbrauch und Abhängigkeit zu verhindern, ohne dabei den Genuss von Alkohol in Frage zu stellen.24

Diese Drogen- und Suchtstrategie blieb seit ihrer Veröffentlichung 2012 – nun seit also knapp 10 Jahren – unverändert. Der Begriff Schadensminimierung kommt genau 4 Mal auf 70 Seiten vor.25 Die Strategie besagt, dass die Wirksamkeit der harm reduction-Maßnahmen erst nachgewiesen werden muss, bevor sie extensiv angewendet werden.26 Da stellt sich die Frage, wieso es noch beispielsweise keine flächendeckenden Drogenkonsumräume gibt, obwohl sie seit Jahren, auch in Deutschland, absolut robust auf ihre Wirksamkeit getestet sind. Mit der klaren Evidenz: Sie wirken!

Wie sieht es heute mit der Umsetzung von harm reduction in Deutschland aus?

Die kurze Antwort lautet: Mangelhaft.

Um ein paar traurige Fakten zu nennen: Laut des Bundeskriminalamts sind „konsumnahe Delikte“, also die Strafverfolgung von Konsumierenden, in den letzten Jahren gestiegen (+7,6 Prozent von 2017 zu 2018). Das bedeutet, dass mehr Menschen für ihren Drogengebrauch kriminalisiert werden.27 Diese repressiven Maßnahmen machen viele der positiven Effekte, die durch harm reduction hart erkämpft wurden, wieder zunichte, wie zum Beispiel eine betroffene Person im Interview über Substitution und das Frankfurter Bahnhofsviertel berichtet. Es ist belegt, dass eine Intensivierung polizeilicher Repression gegenüber Konsumierenden einen Anstieg der Todesfälle bedingt.28

Die Zahl der durch Drogenkonsum bedingten Todesfälle ist von 2018 auf 2019 angestiegen: Um ganze 9,6 Prozent.29 Die häufigste Todesursache ist die Überdosierung von Opioiden wie Heroin und Morphin, zum Teil in Verbindung mit anderen Stoffen.30 Dieses – größtenteils vermeidbare Leid – ist tragisch und deutet auf eine nicht erfolgreiche Umsetzung von harm reduction hin. Naloxon, das in Deutschland zwar als Spray verschrieben werden und in vielen Fällen eine tödliche Überdosis verhindern kann, wird nicht flächendeckend eingesetzt.

Im Gegensatz zu vielen anderen europäischen Ländern wird in Deutschland die Thematik Drogenüberdosis und mögliche Präventionsmaßnahmen weder in der Drogen- und Suchtstrategie noch in anderen offiziellen Dokumenten angegangen.31 Die Zahlen zeigen klar auf, dass es in Deutschland keine ausreichende Umsetzung von macro oder micro harm reduction gibt.

Die Bundesdrogenbeauftragte, Daniela Ludwig (CSU), bezeichnet die steigenden Todesfälle laut einer Pressemitteilung zwar als „nicht hinnehmbar“, ihre Lösungsansätze beinhalten harm reduction aber nur bedingt. Stattdessen ruft Ludwig dazu auf, die Substitutionsversorgung auszuweiten. Dieser Aufruf ist natürlich wichtig – allerdings muss das Überleben und die Gesundheit von Betroffenen gesichert sein, bevor sich diese dazu entscheiden können, eine Substitutionsbehandlung zu beginnen.32 Desweiteren empfiehlt sie ihren Unionskolleg:innen in den Bundesländern, sich Drogenkonsumräumen nicht mehr entgegenzustellen.33 Ein überfälliger Appell, der aber im Verhältnis möglicher und notwendiger harm reduction-Maßnahmen unverhältnismäßig bleibt.

Essenziell ist in einem grundlegenden ersten Schritt also die Ausweitung niedrigschwelliger Drogenarbeit. Die Effekte von Drogenkonsumräumen etwa sind klar und gut erforscht33 und der Betrieb ist seit 2010 laut §10a des Betäubungsmittelgesetz erlaubt.35 Tatsächlich existieren sie aber nur in 7 Bundesländern.36

Und selbst die Substitutionstherapie ist nicht so effektiv, wie es der wissenschaftliche Stand zulässt. Ein Beispiel ist die seit 2009 gestattete Diamorphinbehandlung bei schwerstabhängigen Heroingebrauchenden. Die Vorteile dieser Behandlungsform sind seit Jahren klar belegt: Der gesundheitliche Zustand, die Delinquenzrate und der Ausstieg aus der Drogenszene verbessern sich unter der Diamorphinbehandlung signifikant. Auch der Gesamtzustand verbessert sich im Vergleich zu einer Methadonbehandlung deutlich. 37 Trotzdem erhalten 2019 nur 1% der Substitutionspatienten die Diamorphinbehandlung.38 Die Gründe dafür können auf die erheblichen Voraussetzungen zurückgeführt werden, die potenzielle Patient:innen und praktizierende Ärzt:innen erfüllen müssen. Die Fraktion Bündnis 90/​Die Grünen forderte deshalb 2019 vom deutschen Bundestag, dass es „zehn Jahre nach Einführung dieser Methode (…),vor dem Hintergrund der positiven Erfahrungen an der Zeit ist, eine Weiterentwicklung des Behandlungsangebotes in den Blick zu nehmen.“39

Weitere Kritik gibt es bei micro harm reduction-Maßnahmen in deutschen Gefängnissen, in denen Menschen mit Opioidabhängigkeit drastisch unterversorgt sind. „Die Kritik an diesem Zustand reicht von den Fachgesellschaften wie der Deutschen Gesellschaft für Suchtmedizin über die Bundesärztekammer bis hin zu nationalen Wohlfahrtsverbänden (z.B. DPW).40 Gerade Spritzenprogramme könnten hier eine sehr wirkungsvolle Maßnahme zur Bekämpfung von Infektionskrankheiten darstellen, jedoch wird dies nur in einem deutschen Gefängnis umgesetzt.41 Auch das Robert-​Koch-​Institut spricht in der DRUCK-​Studie explizit Empfehlungen aus, z.B. eine flächendeckende Implementierung von Konsumutensilien sowie eine bessere Vernetzung und Zusammenarbeit von Drogenhilfe, Suchthilfe, Substitutionseinrichtungen und Infektologie.42

Die Umsetzung von micro harm reduction in Deutschland ist also nicht auf dem Level, auf dem sie laut wissenschaftlichen Erkenntnissen sein sollte. Neben der Ignoranz von Evidenz besteht ein weiteres grundsätzliches Problem darin, dass der Fokus auf micro harm reduction liegt, während auf macro-Ebene weiter die gewohnten Prohibitionsmaßnahmen aufrechterhalten werden – und mit ihnen die schwerwiegenden Folgen.

Deutliche Kritik an der Implementierung der Drogenpolitik und harm reduction in Deutschland wird im Alternativen Drogen- und Suchtbericht geäußert, herausgeben vom akzept e.V. Bundesverband und der Deutschen AIDS-​Hilfe.43 Die Autor:innen stellen die weitgehende Nichtbeachtung von wissenschaftlichen Erkenntnissen fest und fassen zusammen: „Nach Ansicht vieler Expert_​innen aus allen relevanten Fachgebieten fehlt es der Bundesdrogenpolitik an einer schlüssigen und wissenschafts-​basierten Gesamtstrategie, die viel zu oft auf kompetente externe Beratung verzichtet und das Erfahrungswissen langjähriger Praktiker_​innen in Drogenhilfe und ‑politikverbände sowie in der Selbsthilfe nicht abgerufen hat.

Heino Stöver, Professor für sozialwissenschaftliche Suchtforschung, und der Cannabis-​Experte Maximilian Plenert erläutern in ihrem Bericht von 2015 für die Friedrich-​Ebert-​Stiftung, dass die deutsche Drogenpolitik generell unter dem Problem leide, dass kaum notwendige Debatten – und falls doch, dann unter Vernachlässigung der aktuellen fachlichen und wissenschaftlichen Erkenntnisse – geführt werden.44

Sie befürworten deshalb unter anderem die (Wieder-)Einführung eines nationalen Drogen- und Suchtrates mit einer unabhängigen Expert:innenkommission, wie sie es z.B. in der Schweiz gibt. Dabei sei es wichtig, Fachleute aller Disziplinen und Betroffenenperspektiven als zentrale Bestandteile einzubeziehen. Von einer Wiedereinführung sprechend sie deshalb, da es solche Strukturen in Deutschland bereits gab, erst in Form einer Drogen- und Suchtkommission (1999−2002) und dann eines Suchtrats (2004−2016).

In einer Studie von Correlation, dem europäischen harm reduction-Netzwerk, wurden zivilgesellschaftlich Drogenhilfe betreibende Akteur:innen gefragt, wie zufrieden sie mit staatlichen Kooperationen sind. (Da es diese für eine realitätsbasierte, ganzheitliche Drogenpolitik braucht.) Die Deutsche Aidshilfe, Ansprechpartnerin für Correlation in Deutschland, hat die Zusammenarbeit als durchschnittlich bewertet. Unter anderem, weil sie nicht regelmäßig stattfindet, sondern nur dann, wenn die Regierung Input anfragt oder es negative Schlagzeilen gibt, die widerlegt werden sollen.45

Zusammenfassend scheint es, dass es entgegen dem offiziellen Statement in der Drogen- und Suchtstrategie von 2012 zu harm reduction und den verschiedenen evidenzbasierten Methoden an den meisten Orten an der Umsetzung fehlt. Tatsache ist, es gibt mindestens Modellversuche, wenn nicht umfangreich ausgearbeitete Konzepte und internationale Erfahrungen, wie potenzielle Risiken und tatsächliche Schäden von Konsumierenden reduziert werden können. Diese müssen nach aktuellstem wissenschaftlichen Stand umgesetzt werden. Dazu gehört unter anderem:

  • Drug checking überall dort, wo es gebraucht wird
  • Drogenkonsumräume überall dort, wo sie gebraucht werden, plus Verlängerung der Öffnungszeiten
  • Ausweitung und Abdeckung von niederschwelligen Hilfsangeboten, die für alle Personen zugänglich sind
  • Entkriminalisierung von Konsumierenden und Kleindealer:innen
  • Ausbau der Naloxonabgabe46

Eine vollständige Umsetzung von micro und macro harm reduction sollte aus einer Kombination von gesundheits- und sozialpolitischen Maßnahmen bestehen, da nur so individuelle und gesamtgesellschaftliche Schäden reduziert werden und ihnen nachhaltig vorgebeugt werden kann.

Außerdem: #Beyondharmreduction

In einer realitätsbasierten und ganzheitlichen Debatte über Drogen darf es nicht nur um Schäden gehen, sondern braucht es auch Gespräche und Studien über die positiven Seiten von bzw. Erfahrungen mit Drogengebrauch, deren optimale Entfaltung es zu gestalten gilt. Diesem wissenschaftlichen Ansatz nähern sich immer mehr Forscher:innen unter den Stichpunkten beyond harm reduction und pleasure enhancement.47

Eine derartige Perspektive ist natürlich für viele schwer zu vereinbaren mit einem Narrativ, das durch die Dämonisierung von Drogen irrtümlicherweise versucht, vor deren potenziellen Schäden zu schützen. Wieder einmal sollte die Debatte nicht harm reduction vs. beyond harm reduction heißen, denn allen Aspekten muss Raum und Aufmerksamkeit geschenkt werden. Drogenkonsum kann das Leben bereichern und ausgewogen sein, genauso wie das Gegenteil möglich ist. Beides gehört zu der Realität, in der wir leben, dazu.


ANMERKUNG:

Der Artikel befasst sich mit dem Kontext eines Konsumlandes wie Deutschland. In Regionen die Transit- oder Anbauländer für Drogen sind, sind die Voraussetzungen und Umstände sehr unterschiedlich und oft noch viel komplexer. Daher kann harm reduction dort auch andere Dimensionen haben.48

ÜBER DIE AUTORIN:

Melissa Scharwey arbeitet als Beraterin für das Ana Liffey Drug Project, eine irische NGO, die niederschwellige Drogenhilfe leistet und sich für drogenpolitischen Wandel einsetzt. Sie wirkt unter anderem an der zivilgesellschaftlichen Kampagne #SaferFromHarm mit, die sich für die Entkriminalisierung einsetzt. Melissa Schwarwey befasst sich seit mehreren Jahren mit verschiedenen Aspekten von Drogenpolitik und hat durch ihren multidisziplinären Hintergrund das Drogen(politik)problem von diversen Blickwinkeln untersucht – erst durch Forschungsarbeiten und nun in ihrer policy und advocacy-Arbeit mit den Schwerpunkten harm reduction und Entkriminalisierung. Wie es sein kann, dass die eindeutige Evidenz, die belegt, dass Verbotspolitik nicht funktioniert, noch immer nicht zu politischem Umbruch geführt hat, ist ihr unbegreiflich. Mit ihrer Arbeit will sie dazu beitragen, dass sich das ändert. (Zum Video-​Statement)

ZUM WEITERLESEN:

Interview mit DAH-​Referent Dirk Schäffer über harm reduction in der Drogenhilfe.

Informationen von JES für Harm reduction zu Corona-​Zeiten

Wo ist der nächste Spritzenautomat?

Wo ist der nächste Drogenkonsumraum?

Vergleiche von harm reduction Maßnahmen und Abdeckung weltweit in: Global state of harm reduction 2019, harm reduction international von HRI

LITERATURVERZEICHNIS:

1 International harm reduction Association, 2010, What is harm reduction? A position statement from the International harm reduction Association, http://​www​.ihra​.net/​w​h​a​t​-​i​s​-​h​a​r​m​-​r​e​d​u​c​t​ion.

2 Jakob Manthey, Heino Stöver, Hans-​Günter Meyer-​Thomposon, 2017, Cannabis und Schadensminimierung in Deutschland, Suchttherapie 2018, 19(03): 148–158, DOI: 10.1055/s‑0043–112067.

3 Deutsche Aidshilfe, Was ist harm reduction?, https://​www​.aidshilfe​.de/​h​a​r​m​-​r​e​d​u​c​t​ion.

4 Harm Reduction International, 2017, Harm reduction investmentin the European Union: Current funding, challenges and successes, https://​www​.hri​.global/​c​o​n​t​e​n​t​s​/​1​782.

5 European Monitoring Centre for Drugs and Drug Addiction, 2010, Harm reduction: evidence, impacts and challenges (Luxemburg: Publications Office of the European Union).

6 World Health Organization, 2004, Effectiveness of sterile needle and syringe programming in reducing HIV/​AIDS among injecting drug users (Geneva: World Health Organisation).

7 Hayle, S., 2015, Comparing Drug Policy Windows Internationally, Contemporary Drug Problems, 42(1), 20–37, https://​doi​.org/​1​0​.​1​1​7​7​/​0​0​9​1​4​5​0​9​1​5​5​6​9​724.

8 Greenfield, V. A., & Paoli, L., 2012, If supply-​oriented drug policy is broken, can harm reduction help fix it? Melding disciplines and methods to advance international drug control policy, International Journal of Drug Policy, 23(1), 6–15, https://​doi​.org/​1​0​.​1​0​1​6​/​j​.​d​r​u​g​p​o​.​2​0​1​1​.​0​4​.​007.

9 Nutt, D. J., King, L. A., & Phillips, L. D., 2010, Drug harms in the UK: a multicriteria decision analysis, The Lancet, 376(376), 1558–1565. https://doi.org/10.1016/S0140-6736(10)61462–6.

10 Caulkins, J.P. et al., 2010 „When in a drug epidemic should the policy objective swith from use reduction to harm reduction? European Journal of Operational Research (2010) 308–318.

11 UNODC, 2005, World drug report, (UNODC: Vienna), https://​www​.unodc​.org/​p​d​f​/​W​D​R​_​2​0​0​5​/​v​o​l​u​m​e​_​1​_​w​e​b​.​pdf.

12 Steve Rolles and Niamh Eastwood, 2012, “Drug decriminalisation policies in practice: A global summary”, in harm reduction international, The global state of harm reduction 2012 (HRI: London), S.158.

13 Stöver, Heino und Plenert, Maximilian, 2013, Entkriminalisierung und Regulierung, Friedrich-​Ebert-​Stiftung, https://​library​.fes​.de/​p​d​f​-​f​i​l​e​s​/​i​e​z​/​1​0​1​5​9​.​pdf.

14 GPDPD interview mit Nobert Wittman von Mudra e.V., 2020, „Sucht gehört zu unserer Gesellschaft. Sie ist eine Realität wie Sucht und Umweltzerstörung, https://​www​.gpdpd​.org/​g​e​s​c​h​i​c​h​t​e​n​/​s​t​i​m​m​e​n​-​a​u​s​-​d​e​r​-​p​r​a​x​i​s​/​n​o​r​b​e​r​t​-​w​i​t​t​m​ann.

15 GPDPD interview mit Nobert Wittman von Mudra e.V., 2020, „Sucht gehört zu unserer Gesellschaft. Sie ist eine Realität wie Sucht und Umweltzerstörung, https://​www​.gpdpd​.org/​g​e​s​c​h​i​c​h​t​e​n​/​s​t​i​m​m​e​n​-​a​u​s​-​d​e​r​-​p​r​a​x​i​s​/​n​o​r​b​e​r​t​-​w​i​t​t​m​ann.

16 „Positionen,“ JES Bundesverband, https://​www​.jes​-bundesverband​.de/​u​e​b​e​r​-​j​e​s​/​p​o​s​i​t​i​o​n​en/.

17 David Nutt et al., 2007, Development of a Rational Scale to Assess the Harm of Drugs of Potential Misuse, The Lancet, 369(9566) pp. 1047–1053.

18 J.G.C. van Amsterdam et al., 2009, Ranking van Drugs, Comparison of the Harm of Drugs (Een Vergelijking van de Schadelijkheid van Drugs), Report 340001001/​ 2009, Bilthoven: RIVM.

19 Siehe die aktuelle Klassifizierung: https://​www​.emcdda​.europa​.eu/​p​u​b​l​i​c​a​t​i​o​n​s​/​t​o​p​i​c​-​o​v​e​r​v​i​e​w​s​/​c​l​a​s​s​i​f​i​c​a​t​i​o​n​-​o​f​-​c​o​n​t​r​o​l​l​e​d​-​d​r​u​g​s​/​h​t​m​l​_en.

20 „Die Frankfurter Resolution, IDH Frankfurt, https://​www​.idh​-frankfurt​.de/​d​i​e​-​f​r​a​n​k​f​u​r​t​e​r​-​r​e​s​o​l​u​t​ion.

21 Eine Übersicht bietet zum Beispiel die Mitgliederliste von Drogenberatungsstellen/​Kontaktläden von Akzept e.V.: https://​www​.akzept​.eu/​m​i​t​g​l​i​e​d​e​r​/​l​i​s​t​e​-​m​i​t​g​l​i​e​d​er/.

22 Nationale Strategie zur Drogen- und Suchtpolitik, https://​www​.drogenbeauftragte​.de/​t​h​e​m​e​n​/​n​a​t​i​o​n​a​l​e​-​s​t​r​a​t​e​g​i​e​/​s​c​h​a​d​e​n​s​r​e​d​u​z​i​e​r​u​n​g​.​h​tml, S.61.

23 Nationale Strategie zur Drogen- und Suchtpolitik, https://​www​.drogenbeauftragte​.de/​t​h​e​m​e​n​/​n​a​t​i​o​n​a​l​e​-​s​t​r​a​t​e​g​i​e​/​s​c​h​a​d​e​n​s​r​e​d​u​z​i​e​r​u​n​g​.​h​tml.

24 Nationale Strategie zur Drogen- und Suchtpolitik, https://​www​.drogenbeauftragte​.de/​t​h​e​m​e​n​/​n​a​t​i​o​n​a​l​e​-​s​t​r​a​t​e​g​i​e​/​s​c​h​a​d​e​n​s​r​e​d​u​z​i​e​r​u​n​g​.​h​tml, S.18.

25 Eine kritische Betrachtung der Strategie stellt z.B. Dirk Schäffers da, im 6. Alternativer Drogen- und Suchtbericht, 2019, akzept e.V. Bundesverband und Deutsche AIDS-​Hilfe, https://​alternativer​-drogenbericht​.de/​b​e​r​i​c​h​t​-​2​0​19/, ab S.15.

26 Nationale Strategie zur Drogen- und Suchtpolitik, https://​www​.drogenbeauftragte​.de/​t​h​e​m​e​n​/​n​a​t​i​o​n​a​l​e​-​s​t​r​a​t​e​g​i​e​/​s​c​h​a​d​e​n​s​r​e​d​u​z​i​e​r​u​n​g​.​h​tml, S.16.

27 Bundeslagebild Rauschgiftkriminalität 2018, file:///C:/Users/mille/Downloads/2018RauschgiftBundeslagebildZ.pdf.

28 Stöver, Heino und Plenert, Maximilian, 2013, Entkriminalisierung und Regulierung, Friedrich-​Ebert-​Stiftung, https://​library​.fes​.de/​p​d​f​-​f​i​l​e​s​/​i​e​z​/​1​0​1​5​9​.​pdf.

29 Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Pressemitteilung vom 24. März 2020, https://​www​.drogenbeauftragte​.de/​f​i​l​e​a​d​m​i​n​/​d​a​t​e​i​e​n​-​d​b​a​/​D​r​o​g​e​n​b​e​a​u​f​t​r​a​g​t​e​/​4​_​P​r​e​s​s​e​/​1​_​P​r​e​s​s​e​m​i​t​t​e​i​l​u​n​g​e​n​/​2​0​2​0​/​2​0​2​0​_​I​.​Q​/​2​0​0​3​2​4​_​D​r​o​g​e​n​t​o​t​e​.​pdf.

30 Die Drogenbeauftragte der Bundersregierung, Anhang zur Pressemitteilung vom 24. März 2020, https://​www​.drogenbeauftragte​.de/​f​i​l​e​a​d​m​i​n​/​d​a​t​e​i​e​n​-​d​b​a​/​D​r​o​g​e​n​b​e​a​u​f​t​r​a​g​t​e​/​4​_​P​r​e​s​s​e​/​1​_​P​r​e​s​s​e​m​i​t​t​e​i​l​u​n​g​e​n​/​2​0​2​0​/​2​0​2​0​_​I​.​Q​/​C​D​R​_​2​0​1​9​_​B​u​l​a​_​R​a​u​s​c​h​g​i​f​t​t​o​t​e​_​n​a​c​h​_​T​o​d​e​s​u​r​s​a​c​h​e​n​_​2​0​1​8​_​-​_​2​0​1​9​_​-​_​V​e​r​a​e​n​d​e​r​u​n​g​.​pdf.

31 Tammi, T., Rigoni, R., Matičič, M., Schäffer, D., van der Gouwe, D., Schiffer, K., Perez Gayo, R., Schatz, E., 2020, Civil Society Monitoring of harm reduction in Europe, 2019. Data Report (Correlation European harm reduction Network: Amsterdam), https://www.correlation-net.org/wp-content/uploads/2020/02/C‑EHRN_monitoring_web.pdf, S.62.

32 Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Pressemitteilung vom 24. März 2020, https://​www​.drogenbeauftragte​.de/​f​i​l​e​a​d​m​i​n​/​d​a​t​e​i​e​n​-​d​b​a​/​D​r​o​g​e​n​b​e​a​u​f​t​r​a​g​t​e​/​4​_​P​r​e​s​s​e​/​1​_​P​r​e​s​s​e​m​i​t​t​e​i​l​u​n​g​e​n​/​2​0​2​0​/​2​0​2​0​_​I​.​Q​/​2​0​0​3​2​4​_​D​r​o​g​e​n​t​o​t​e​.​pdf.

33 „Drogenbeauftragte fordert mehr Konsumräume“, DIE ZEIT, 1.5.2020 https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2020–05/konsumraeume-daniela-ludwig-drogenbeauftragte-drogen-sucht-abhaengigkeit

34 „Konsumräume retten Leben,“ 2011, Deutsche Aidshilfe, https://​www​.aidshilfe​.de/​m​e​l​d​u​n​g​/​k​o​n​s​u​m​r​a​u​m​e​-​r​e​t​t​e​n​-​l​e​ben.

35 Gesetz über den Verkehr mit Betäubungsmitteln (Betäubungsmittelgesetz – BtMG)
§ 10a Erlaubnis für den Betrieb von Drogenkonsumräumen, Bundesamt für Justiz, https://​www​.gesetze​-im​-internet​.de/​b​t​m​g​_​1​9​8​1​/​_​_​1​0​a​.​h​tml.

36 Tammi, T., Rigoni, R., Matičič, M., Schäffer, D., van der Gouwe, D., Schiffer, K., Perez Gayo, R., Schatz, E., 2020, Civil Society Monitoring of harm reduction in Europe, 2019. Data Report, (Correlation European harm reduction Network: Amsterdam), https://www.correlation-net.org/wp-content/uploads/2020/02/C‑EHRN_monitoring_web.pdf, S.78.

37 Kleine Anfrage: Zehn Jahre diamorphingestütze Substitutionsbehandlung- Erfolge und Weitereintwicklungsbedarf, Deutscher Bundestag, 2019, http://​dipbt​.bundestag​.de/​d​i​p​2​1​/​b​t​d​/​1​9​/​0​9​0​/​1​9​0​9​0​0​3​.​pdf.

38 „Bericht zu Substitionsregister,“ Bundesinstitut für Arzeneimittel und Medizinprodukte, Januar 2019, https://​www​.bfarm​.de/​S​h​a​r​e​d​D​o​c​s​/​D​o​w​n​l​o​a​d​s​/​D​E​/​B​u​n​d​e​s​o​p​i​u​m​s​t​e​l​l​e​/​S​u​b​s​t​i​t​R​e​g​/​S​u​b​s​t​_​B​e​r​i​c​h​t​2​0​1​9​.​p​d​f​?​_​_​b​l​o​b​=​p​u​b​l​i​c​a​t​i​o​n​F​i​l​e​&​v=3.

39 Kleine Anfrage: Zehn Jahre diamorphingestütze Substitutionsbehandlung- Erfolge und Weitereintwicklungsbedarf, Deutscher Bundestag, 2019, http://​dipbt​.bundestag​.de/​d​i​p​2​1​/​b​t​d​/​1​9​/​0​9​0​/​1​9​0​9​0​0​3​.​pdf.

40 Heino Stöver und Maximilian Plenert, 2015, „Weltweites Umdenken in der Drogenpolitik, Höchste Zeit für Reform in Deutschland,“ für die Friedrichs-​Ebert-​Stiftung, http://​library​.fes​.de/​p​d​f​-​f​i​l​e​s​/​i​e​z​/​1​1​2​1​1​.​pdf.

41 UNODC, 2014, A handbook for starting and managing needle and syringe programmes in prisons and other closed settings, https://​www​.unodc​.org/​d​o​c​u​m​e​n​t​s​/​h​i​v​-​a​i​d​s​/​p​u​b​l​i​c​a​t​i​o​n​s​/​P​r​i​s​o​n​s​_​a​n​d​_​o​t​h​e​r​_​c​l​o​s​e​d​_​s​e​t​t​i​n​g​s​/​A​D​V​_​C​O​P​Y​_​N​S​P​_​P​R​I​S​O​N​_​A​U​G​_​2​0​1​4​.​pdf.

42 Drogen und chronische Infektionskrankheiten in Deutschland-​DRUCK Studie, 2016, RKI, https://​www​.rki​.de/​D​E​/​C​o​n​t​e​n​t​/​I​n​f​A​Z​/​H​/​H​I​V​A​I​D​S​/​S​t​u​d​i​e​n​/​D​R​U​C​K​-​S​t​u​d​i​e​/​A​b​s​c​h​l​u​s​s​b​e​r​i​c​h​t​.​p​d​f​?​_​_​b​l​o​b​=​p​u​b​l​i​c​a​t​i​o​n​F​ile.

43 6. Alternativer Drogen- und Suchtbericht, 2019, akzept e.V. Bundesverband und Deutsche AIDS-​Hilfe, https://​alternativer​-drogenbericht​.de/​b​e​r​i​c​h​t​-​2​0​19/.

44 Heino Stöver und Maximilian Plenert, 2015, „Weltweites Umdenken in der Drogenpolitik, Höchste Zeit für Reform in Deutschland, für die Friedrichs-​Ebert-​Stiftung, http://​library​.fes​.de/​p​d​f​-​f​i​l​e​s​/​i​e​z​/​1​1​2​1​1​.​pdf.

45 Tammi, T., Rigoni, R., Matičič, M., Schäffer, D., van der Gouwe, D., Schiffer, K., Perez Gayo, R., Schatz, E., 2020, Civil Society Monitoring of harm reduction in Europe, 2019, Data Report (Correlation European harm reduction Network: Amsterdam), https://www.correlation-net.org/wp-content/uploads/2020/02/C‑EHRN_monitoring_web.pdf, S.29.

46 Heino Stöver und Maximilian Plenert, 2015, „Weltweites Umdenken in der Drogenpolitik, Höchste Zeit für Reform in Deutschland, für die Friedrichs-​Ebert-​Stiftung, http://​library​.fes​.de/​p​d​f​-​f​i​l​e​s​/​i​e​z​/​1​1​2​1​1​.​pdf.

47 Stanton Peele, 2020, Beyond harm reduction: Encouraging positive drug use, Filtermag, https://​filtermag​.org/​p​o​s​i​t​i​v​e​-​d​r​u​g​-​u​s​e​/​a​mp/.

48 Siehe zum Beispiel Day, M., 2004, What’s the hook? Diary of a drop-​in centre or rehabilitation before abstinence. In A. Klein, M. Day, & A. Harriott (Eds.), Caribbean Drugs (pp. 155–171). London, New York, Kingston: Zed Books, Ian Randle Publishers.

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